Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 3. Mai 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Nicht zu bedauern

2. Mai: "Steueraffäre Uli Hoeneß: 'Ich gehöre nicht mehr dazu'"

Armer Herr Hoeneß, nun wälzt er sich nachts im Bett und kann nicht schlafen. Erklären möchte er sich, auch bei Frau Merkel. Nun ja, als Steuerbetrüger mit ein paar Millionen Euro im Rücken schläft man schlecht. Jeder Bezieher von Hartz IV teilt das Los mit ihm. Allerdings treten die Schlafstörungen nur deshalb auf, weil sie nicht wissen, wovon sie am nächsten Tag ihre Kinder satt bekommen sollen. Zu entschuldigen gibt es an dem Verhalten von Herrn Hoeneß nichts. Und bedauern kann ich ihn schon gar nicht. Ach ja, ein Gespräch mit Frau Merkel hätte ich auch gern, um mit ihr über soziale Gerechtigkeit zu sprechen.

Dirk Sturmfels

Tolles Erlebnis

2. Mai: "34. Evangelischer Kirchentag. Grüß Gott, Hamburg"

Was für ein Erlebnis. Tausende, meist junge Menschen, alle sind fröhlich und entspannt. An allen Ecken stehen Menschen und singen, überall Infostände und eine große Vielfalt an Speisen. Dazwischen Bühnen mit Musik, jeder findet was für seinen Geschmack. Das Beste aber ist: Jungfernstieg, Hafenrand und HafenCity, sogar die Ost-West-Straße sind autofrei. Was für ein Gewinn an Lebensqualität. Warum können wir das nicht immer haben?

Joachim Franke

Zweierlei Maß?

2. Mai: "Falsche Lehrerin unterrichtete 15 Jahre an Gymnasien"

Wenn jemand 15 Jahre unentdeckt unterrichtet, kann der Schaden nicht so groß sein. Umso unverständlicher ist es, wenn das Ministerium das ausbezahlte Gehalt zurückfordert, zumal wenn man liest, dass Herr Nonnenmacher "auf jeden Fall" seine Abfindungsmillionen behalten darf. Hier wird, wie so oft, mit zweierlei Maß gemessen.

Rolf Hamann

Merkwürdige Häufung

30. April/1. Mai: "Kommentar: Das Recht der Streikenden"

Der Kommentar trifft leider nicht den Kern eines aktuellen Problems in diesem Land: die merkwürdige Häufung von Warnstreiks. Gestreikt im eigentlichen Sinne, nämlich nach endgültig gescheiterten Verhandlungen, wird genauso selten wie bisher. Neu ist, dass es jetzt gleich zur Sache geht und Warnstreiks massiven Druck auslösen sollen, bevor die Verhandlungen der Tarifparteien so richtig beginnen. Das hat es in der Bundesrepublik in einer solchen Art und Weise noch nie gegeben.

Dr. Wolfgang Wagemann

Ablenkungsmanöver

30. April/1. Mai: "Der HSV und die fehlende Qualität. Trainer Fink hat mangelnde Klasse im Kader moniert"

Herr Fink zweifelt jetzt auf einmal öffentlich an der Qualität der Mannschaft. Das tut er, um von seinen Unzulänglichkeiten abzulenken. Die Mannschaft ist zwar in einigen Mannschaftsbereichen dünn besetzt, doch könnten wir eine komplette international besetzte Nationalmannschaft aufstellen, haben den fünfthöchsten Etat der Liga. Dass sie es können, haben sie doch auch schon in Dortmund bewiesen. Die Frage ist doch, warum Herr Fink dieses Potenzial ganz selten aus der Mannschaft herauslocken kann? Dem HSV fehlt es an Qualität - ja! Aber die Mannschaft spielt auch immer so gut, wie der Trainer sie spielen lässt.

Jörn Pfeiffer

Bitte nachbessern

29. April: "Blütenpracht und Sonnenschein. 10.000 Besucher am Eröffnungswochenende der igs"

Wer aufgrund seiner Behinderung mit dem Auto kommen muss, findet an keinem der drei Eingänge Behindertenparkplätze vor. Ein kilometerlanger Weg ist nötig, um die Eingänge und damit die Servicestationen mit Mobilitätshilfen zu erreichen. Es bleibt zu hoffen, dass die igs-Planer hier nachbessern, um auch Behinderten den Besuch der Gartenschau zu ermöglichen.

Max Zimmermann

Langweilig

29. April: "Ein 'Tatort', der Lust auf mehr macht. Debüt für Wotan Wilke Möhring und Sebastian Schipper"

Schon lange habe ich nicht mehr einen solch langweiligen Krimi gesehen, zumal der Mörder nach dem ersten Auftritt des dafür vorgesehenen Schauspielers, bekannt für solche Rollen, recht früh feststand. Besonderheiten? Ach ja, es wurde natürlich wegen der "Nähe zum wirklichen Leben" kauend gesprochen. Kiezkleidung im Amt durfte auch nicht fehlen. Undeutliche Sprache der Darsteller, vielfach nur so nebenher gesprochene Sätze, begleitet von offenbar schlechter Tontechnik, sorgten für den Rest meines Missvergnügens.

Bernd Wenzel

Schere statt Spaten

23. April: "Behörde warnt vor giftigem Riesenbärenklau"

Pflanzen blühen nicht, weil wir dies schön finden, sondern um Saat zwecks Erhaltung ihrer Art zu erzeugen, so auch der prächtig blühende Riesenbärenklau. Bleibt beim Abstechen der tiefste Wurzelrest im Boden, sprießt er bald wieder, um doch sein "Blühziel" zu erreichen. Einfachstes und preiswertes Gegenmittel: Pflanze wachsen und blühen lassen dort, wo die giftigen Nesselhaare niemanden gefährden können, sich an der Stattlichkeit erfreuen, den für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten reich gedeckten Tisch bewundern und nur die große mittlere weibliche Dolde abschneiden, sobald die Saatkörner herabzufallen drohen. Ergebnis: Die Pflanze meint, ihre Elternpflicht erfüllt zu haben und geht binnen weniger Wochen komplett ein.

Gerhard Simmon

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