Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 25. April 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Hoffnungsschimmer

24. April: "Die bittere Wahrheit. Scholz verkündet: Alles in allem kostet die Elbphilharmonie 865 Millionen Euro - davon trägt der Steuerzahler 789 Millionen"

Der Konzertsaal der Zukunft wird für Steuerzahler noch ein bisschen teurer als im Fall Hoeneß. Da bleibt immerhin ein Hoffnungsschimmer am Horizont: dass wenigstens die Eintrittskarten dereinst für die normal verdienenden Konzertgänger erschwinglich bleiben.

Henrik Kreye

Astronomische Summen

Was sind schon die paar Millionen in Rede stehenden Steuerbeträge des Bayern-Präsidenten Hoeneß gegen die astronomische Summe der von unfähigen Politikern und Behörden verwalteten Steuermittel für die noch immer unvollständige Hamburger Musikweihestätte - die Verantwortlichen werden für die finanzielle Misere sicherlich nie mit einer Unfähigkeitssteuer zur Kasse gebeten werden!

Thomas Kreutzfeldt

Steuergelder verschwendet

Jetzt gibt es überall im Land Aufregung über die ach so verwerflichen Steuerhinterzieher wie etwa Hoeneß. Doch viel größer ist der Schaden durch die Verschwendung von Steuergeldern durch den Staat. Selbst wenn alle Bürger, ob arm oder reich, ihre Steuern vorschriftsmäßig zahlen würden, hätte der Staat auch dann nicht genug - er würde nur noch mehr verschwenderisch ausgeben. Würde der Bürger sehen, dass der Staat verantwortungsvoll mit seinen Zwangsabgaben umgehen würde, wäre die Steuerehrlichkeit mit Sicherheit noch größer.

Michael Lentz

Letztes Wort?

Die Zeile greift zu kurz. Denn erstens darf man nach dem ganzen Hickhack bezweifeln, ob es sich selbst noch bei der gegenüber dem Gemeinwohl unverschämten Summe von 865 Millionen Euro um das letzte Wort handelt. Und zweitens liegt das Problem nicht nur darin, dass die Kosten ausgeufert sind, sondern dass man die Personen mit der Lupe suchen muss, die hierfür eine Verantwortung übernehmen. Weswegen "bitter" eigentlich sogar noch ein viel zu verharmlosendes Attribut ist.

Rasmus Ph. Helt

Autofahrer mitschuldig

24. April: "Verkehrssenator stellt Strategie für Radverkehr vor - und erntet Kritik"

Es bleibt dabei: Hamburg "kann nur Autoverkehr". Da werden wieder nur alte Radwege ausgebessert und etwas verbreitert, zulasten der Fußgänger, die dann auf den Radwegen herumlaufen. Radstreifen auf der Fahrbahn (was kostengünstig und auf der Höhe der Zeit wäre) werden verhindert, da sie teilweise eine Autospur kosten, und das geht ja gar nicht. Schuld sind aber nicht nur die Politiker und Behörden, sondern auch die Auto fahrenden Bürger, die jeden Meter mit dem Auto fahren.

Matthias Christen

Wir funktioniert es?

24. April: "Haspa gibt Mitarbeitern drei Jahre frei und zahlt 450 Euro im Monat"

Wie soll denn das alles gehen? Als Single kann das doch überhaupt nicht funktionieren. Oder man macht sich von einem gut gestellten Lebenspartner abhängig. Oder man verbraucht vorhandene Ersparnisse, die fürs Alter vorgesehen sein könnten, wobei diese dann ohnehin fehlen, weil während der Auszeit keine Beiträge für die Sozialversicherung geleistet werden.

Hans-Emil Schuster

Kompliziertes Steuersystem

24. April: "Kurzzeitig festgenommen. Haftbefehl gegen Hoeneß"

Wir haben in Deutschland ein derart kompliziertes Steuersystem, dass der Hinterziehung Tür und Tor geöffnet sind. Dafür muss jetzt aber ein einzelner büßen, denn Uli Hoeneß wird in den Medien richtig auseinandergenommen. Eine der an der Bundestagswahl im September 2013 teilnehmenden Parteien muss sich meiner Meinung nach die Vereinfachung des Steuersystems auf die Fahnen schreiben.

Alfred Meyer

"Schöne" Welt

Mir wird übel zu sehen, wie dem ach so mustergültigen Steuerbetrüger Herrn Hoeneß vor, während und nach dem Bayernspiel gehuldigt wird! Die Schulterklopfer und Umarmer des Delinquenten bedanken sich auch noch dafür, dass er sie - und letztlich uns alle - betrogen hat! Da bleibt mir nur zu sagen: Wir leben in einer "schönen" Welt.

Dr. Helmut Klingenfeld

Für Fairness!

23. April: "Wie viel Hoeneß steckt in uns allen? Jeden Tag eine Selbstanzeige in Hamburg. Jeder Fünfte gibt zu, schon einmal Steuerbetrug begangen zu haben"

Nun schreien sie wieder, die Gutmenschen, die Selbstgerechten, übersehen dabei großzügig, dass nach einer Selbstanzeige der Rechtsstaat die Wahrung des Steuergeheimnisses garantiert. Ulli Hoeneß hat Anspruch auf ein faires Verfahren. Daher wünsche ich mir ein breites Eintreten gegen Hetze, Vorverurteilung und für Fairness. Positionieren wir uns gegen unwürdige Spekulationen und unfähige Politik, die hiermit Wahlkampf machen will.

Nico Gallandt

Bürger zweifeln

Man sollte sich nicht wundern, wenn Bürger an einer gerechten Erhebung und sinnvollen Verwendung der Steuern zweifeln und ihre eigenen Wege gehen. Dieses Recht hat sich wohl auch Herr Hoeneß als rationaler Macher genommen.

Wilhelm Rhauderwiek

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