Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 26. Januar 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Anlass zum Nachdenken

25. Januar: "Härtere Strafen für rücksichtslose Radfahrer? Starker Anstieg von Unfällen in Hamburg. Verkehrsgerichtstag kritisiert ,Duldung lebensgefährlicher Verhaltensweisen'"

Der Verkehrsgerichtstag ist eine Versammlung von 1600 Verkehrsexperten. Wenn er in Übereinstimmung mit wissenschaftlich abgesicherten Umfragen zum Ergebnis kommt, ein erheblicher Teil der Radfahrer sei wegen ihres regelwidrigen Verhaltens leider als Radfahrrüpel zu bezeichnen, sollte dies Anlass zum Nachdenken sein. Meine Erfahrungen sind: Bei Hinweisen auf ihr verkehrswidriges Verhalten reagiert die Mehrheit der Radfahrer jedoch mit üblen Pöbeleien oder der Behauptung, ihr Rad sei ein Sportgerät. Erfolg verspricht meiner Meinung nach folgende Maßnahme: bei schwereren Verstößen die Führerscheine temporär zu entziehen.

Reimer Göttsch

Konsequent ahnden

Nicht "härtere Strafen" sind angesagt, sondern mehr Einsicht in eigenes Fehlverhalten und Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmern. Vonseiten des Staates dagegen ist konsequente Ahndung von Verstößen zu fordern und der Ausbau des Radwegenetzes - aber das kostet Geld und bringt keine Gebühren ein.

Ulrich Reppenhagen

Verzweiflung

Als Fahrrad- und Autofahrer muss man bald verzweifeln. Wieder sind es laut Verkehrsgerichtshof die rüpelhaften Fahrradfahrer, die angeblich Ängste (vor Autokratzern oder berechtigten Anzeigen?) bei dem schützenswerten Autofahrer auslösen. Verkehrsgefährdende Delikte gehören gemaßregelt - keine Frage. Das gilt aber mindestens genauso für den dicht am Fahrrad vorbeifahrenden Autofahrer.

Dr. Michael Jäger

Beide Seiten sehen

25. Januar: Leitartikel, "Buhmann Radfahrer ,Rüpel-Radler' sind die Ausnahme, Hamburgs Verkehrspolitik ist mangelhaft"

Der Autor sollte beide Seiten besser darstellen. Als leidenschaftlicher Radfahrer muss ich meine Frau mit Rollstuhl auch im Auto transportieren. Hierbei fällt mir immer wieder deutlich auf: Auch beim Überqueren einer Kreuzung nehmen Autofahrer wesentlich mehr Rücksicht auf meine Frau als Radfahrer. Bleiben Sie dran an dem Thema, besonders deswegen, weil wir als ältere Bürger auch Rechte und Pflichten haben.

Alfred H. Röhr

Gesetzesverstoß, warum?

25. Januar: "Darf er das? Nach der neuerlichen Beschwerde über den Raucher Helmut Schmidt gibt es Unterstützung für den Altkanzler, aber auch Unverständnis"

Freiheit ist ein hohes Gut. Ein entscheidender Aspekt ist: Würden all die Leserbriefschreiber, die für Freiheit (des Rauchers) plädieren, Freiheit auch leben wollen, wenn sie ihnen Nachteile brächte? Meine Überzeugung ist: Freiheit geht nicht ohne Verantwortung. Wenn jeder verantwortungsvoll lebte, brauchten wir keine Gesetze. Je verantwortungsloser gegenüber dem anderen wir uns aber verhalten, desto mehr wird unsere Freiheit eingeschränkt werden müssen. Natürlich weiß Helmut Schmidt das wohl; er weiß auch, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Trotzdem setzt er sich über diese beiden wesentlichen Grundsätze der Demokratie hinweg - warum?

Dr. Ursula Augener

Modell nicht übertragbar

25. Januar: Kolumne Matz ab, "Macht es so wie Dortmund! Vom Pleiteclub zum Fußballwunder: Was der HSV vor dem Nordderby gegen Werder Bremen vom deutschen Meister lernen kann"

Dieses Dortmund-Modell ist auf andere Vereine in dieser Form nicht übertragbar. Der Grund ist der Trainer Jürgen Klopp: Es gibt keinen Trainer in Deutschland und Europa, der aufgrund seiner Fähigkeiten und seiner Aura eine junge Mannschaft so zusammenstellen und formen kann. Nicht auszudenken, wenn Jürgen Klopp beim HSV gelandet wäre. Dann stünde der HSV da, wo Dortmund heute steht.

Manfred Jürgens

Modern Fußball spielen

Es wäre wirklich fantastisch, wenn es der HSV machen würde wie Dortmund. Erforderlich wäre dafür neben den jungen und talentierten Spielern auch ein Trainer, der modernen Fußball spielen lässt.

Manfred Raid

Unpassendes Experiment

25. Januar: "Auf zwei Rollen über den Friedhof. Mehr als nur ein Transport mittel: Mit den neuen Segways will sich Ohlsdorf behutsam für neue Besucher

öffnen" Da man die Toten schlecht fragen kann, sollte man vielleicht die Angehörigen, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof Liegestätten angemietet haben, vorher um Stellungnahme bitten. Ich finde diese Zeitgeist-Experimente unpassend und unnötig.

Hans-Emil Schuster

Parallelwelt

24. Januar: "Immer mehr Polizisten wollen nicht in Pension. Dienstzeitverlängerungen erschweren Personalplanung und sorgen für Beförderungsstau"

Beim Lesen des Artikels habe ich mir doch erst mal die Augen gerieben und mich gefragt: Aus welcher Parallelwelt wird denn hier berichtet und geklagt, dass Polizisten nicht mit 60 Jahren in Pension wollen? Das wirke sich negativ auf die Perspektiven anderer und die Planungsmöglichkeit der Behörde aus. Wie negativ wirkt sich diese Extrawurst der Frühpensionierung - mit hohen Pensionszahlungen - für den Steuerzahler aus, der sie erbringen muss? Kein Wort davon wird vorgetragen! Dabei ist die Lösung meiner Meinung nach so einfach wie zeitgemäß: Das Pensionsalter wird auf übliche 65, 67 Jahre heraufgesetzt und man kann wieder prima planen! Gut, dass Polizisten selbst auf diesen Missstand hingewiesen haben. Und das gesparte Steuergeld könnte dazu sinnvoller und gerechter in Bildung und Kinderbetreuung gesteckt werden.

Roswitha Müllerwiebus

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