Briefe an die Redaktion: 08. Oktober 2012

Lesedauer: 3 Minuten

Dringender Handlungsbedarf

5. Oktober: "Steinbrück verteidigt seine Nebeneinkünfte"

Es ist schon mehr als befremdlich, dass der Bundestagsabgeordnete Steinbrück, der ein üppiges Abgeordnetengehalt bezieht, nichts dabei findet, mehrere Hunderttausend Euro durch Nebentätigkeiten zu verdienen. Es macht die Sache auch nicht besser, wenn er auf das geltende Recht verweist. Sein Verhalten ist zwar legal, aber ob es legitim ist, bleibt fraglich. Im Übrigen beweist die Causa Steinbrück dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der Regelung von Nebeneinkünften der Abgeordneten. Abgeordnete sind ähnlich wie Beamte öffentlich Bedienstete und werden vom Steuerzahler ausreichend entlohnt. Für diesen Lohn haben sie sich voll und ganz ihrem Mandat zu widmen und damit dem Land zu dienen. Wie dies gelingen soll, wenn man oft auf Vortragsreise ist, will sich mir nicht erschließen. Es bleibt daher meiner Meinung nach nur eine Lösung: Die Nebeneinkünfte und der zeitliche Umfang der Nebentätigkeiten müssen, wie bei allen übrigen Staatsdienern auch, stark eingeschränkt werden.

Gerold Schmidt-Callsen

Selbst entscheiden

4. Oktober: "Regierung einigt sich auf Gesetz zu Beschneidungen. Entwurf soll bereits kommenden Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden"

Wir bezeichnen uns als fortschrittlich, gebildet und aufgeklärt, deshalb müssen wir jeden Menschen selbst entscheiden lassen, ob er aufgrund seiner persönlichen religiösen Weltanschauung, was auch immer, von seinem Körper entfernen lassen will.

Gernot Wübbenhorst

Wohlstands-Irrsinn

4. Oktober: Kolumne, Frankenfelds Welt, "Tanz auf dem Krisen-Vulkan. Vergnügungen und Genuss bestimmen immer stärker unser Leben - doch für Milliarden Menschen sind die Grundbedürfnisse nicht erfüllt"

Der Autor stellt an überzeugenden Beispielen den Irrsinn der modernen Wohlstandsgesellschaft dar. Vielen Menschen scheint der gesunde Menschenverstand abhandengekommen zu sein. Die einen versuchen einen Sinn im Leben durch Konsum zu finden, die anderen werden Adrenalinjunkies oder fliehen in die Arme von Esoterikern. Und der Zustand, der von den Europäern ständig als Krise bezeichnet wird, muss den Ärmsten der Armen wie ein Paradies erscheinen.

Christiane Mielck-Retzdorff

Wieder mehr Miteinander

4. Oktober: "Wie gefährlich ist Radfahren mit Motor? Rentner bei Unfall schwer verletzt. Schon eine Million Elektroräder mit bis zu 45 km/h"

Die Verbreitung der E-Bikes wird sicherlich nicht aufzuhalten sein. Umso wichtiger erscheint es mir, sich um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer rechtzeitig Gedanken zu machen. Im Miteinander des Straßenverkehrs sollte wieder der altbekannte Slogan: "Hallo Partner, danke schön!" Priorität haben.

Klaus-Peter Paul

Gründerzeit-Bauten erfreuen!

4. Oktober: ",Gute Glasbauten tun einer Stadt gut.' Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter antwortet heute auf die Kritik seines Vorgängers Egbert Kossak"

Alles spricht von Nachhaltigkeit, ist diese nicht ganz besonders wichtig beim Bauen? Die in der Gründerzeit erstellten Häuser sollten nach damaligen Gesichtspunkten nicht nur schön aussehen, sondern mindestens 100 Jahre und mehr halten. Dies haben sie nicht nur schon längst erfüllt - sie werden auch noch die nächsten Generationen durch gute Bausubstanz und Schönheit erfreuen. Die Glasbauten dagegen wird man in 20 Jahren nicht mehr ertragen können, weil sie so austauschbar sind, d. h. sie könnten ebenso gut am Main- bzw. Rheinufer oder sonst wo stehen.

Sylvia Nitze-Schröder

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