Briefe an die Redaktion: 28. August 2012

Lesedauer: 5 Minuten

Reißleine ziehen

27. August: "Arnesens Schicksalswoche. Nach dem Aus im Pokal verliert der HSV sein erstes Bundesliga-Heimspiel"

Keiner der Verantwortlichen beim HSV von Jarchow über Arnesen bis Fink hat seinen Job so gemacht, dass der HSV erstligareif ist. Die Kompetenz dieser Führungsriege ist schlichtweg nicht vorhanden, wie man es deutlicher nicht vorgeführt bekommen kann. Eines ist jetzt schon sicher: Es wird nicht besser. Wer zieht jetzt die Reißleine und schickt diese Troika dorthin zurück, wo sie hergekommen ist? Herr Kühne ist gut beraten, wenn er vorerst nicht weiter investiert und sein Engagement wieder anbietet, wenn Profis die Arbeit beim HSV übernommen haben.

Friedrich Lüning

Im Glashaus

25./26. August: "'Euro-Krise? Einfach mal den Mund halten'"

Richtig. Damit hätten die beiden Herren sofort anfangen sollen und so mit gutem Beispiel vorangehen können. Nein, im Gegenteil. Helmut Schmidt stellt fest, dass der französische Präsident und die deutsche Bundeskanzlerin überfordert sind. Denn die beiden müssen in der jetzigen Krise wie Ökonomen denken und handeln. Das sagt Helmut Schmidt, der mit seiner Wirtschaftspolitik in einer vergleichsweise kleinen Krise gescheitert ist. Der Ökonom Helmut Schmidt war als Regierungschef der Meinung, mit neuen Schulden die Arbeitslosigkeit in Deutschland reduzieren zu können. Am Ende seiner Regierungszeit war die Verschuldung in Deutschland deutlich gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen allerdings auch. Deshalb meine Empfehlung an Herrn Helmut Schmidt: "Einfach mal den Mund halten." Denn wenn man im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen werfen.

Dieter Hoee

Stimmungen schüren

25./26. August: "Geheimtreffen am Freitagabend. Sicherungsverwahrte sollen nach Moorburg"

Die Aussage der CDU-Bezirksabgeordneten Antje Jaeger, der Bezirk Harburg sei wegen der geplanten Unterbringung von drei Sicherungsverwahrten der "Mülleimer Hamburgs", ist nicht nur übelst menschenverachtend, sondern sie leistet auch einen bedenklichen Beitrag, um gefährliche Stimmungen zu schüren.

Thomas Ennenga

Fehl am Platz

25./26. August: "Hamburger Jugendlicher unter staatlicher Obhut missbraucht?"

Wieder wurde eine zerbrechliche Kinderseele über Jahre hinweg durch die abnormen sexuellen Gelüste eines für die Gesellschaft eigentlich nicht tragbaren Individuums zerstört. Wieder mal redet sich das zuständige Amt mit Überlastung raus. Was soll eigentlich noch alles mit Kindern geschehen, bis ein Jugendamt endlich einmal zugibt, versagt zu haben? Ein oder zwei Besuche innerhalb mehrerer Jahre können auch durch angebliche Überlastung nicht gerechtfertigt werden. Die Kontaktsperre seitens des "Betreuers" hätte doch irgendwann einmal auffallen müssen. Ein Jugendamtsmitarbeiter sollte gerade in Stresssituationen belastbar sein. Ist er dies nicht, ist er fehl am Platz. Ein weiterer Punkt, der mich an unserem Rechtssystem mehr als zweifeln lässt, ist der, dass Sexualdelikte an Schutzbefohlenen irgendwann verjähren und in keinem Führungszeugnis mehr auftauchen. Zum Schutze aller Kinder sollte dies sofort geändert werden. Wer jemals in so einer Sache straffällig geworden ist, hat in der Arbeit mit Kindern nichts zu suchen.

Susanne Ziemer

Nicht geändert

25./26. August: "Das Geheimnis des Mö-Grills. Seit 30 Jahren führt Familie Berndt den Kultimbiss"

Immer nach Vorlesungsschluss - wir studierten 1950 am Berliner Tor - futterte ich mit zwei Kommilitonen am Mö-Grill eine Thüringer. Allerdings nicht an der Mö, sondern an der Gründungsposition, auf der heute Karstadt-Sport steht. Jeder Stadtbummel endet heute noch mit einer Thüringer, die sich in der Spitzenqualität überhaupt nicht geändert hat.

Alfred Lorani

Spezialklinik

25./26. August: "Volksleiden Arthrose. Wenn die Gelenke streiken"

Entscheidend für eine schnelle Rückkehr in ein normales Leben nach dem Einbau eines künstlichen Gelenks ist die Art und Weise, wie ein solches Gelenk implantiert wird. Durch spezielle Operationsmethoden, welche die anatomischen Strukturen weitgehend erhalten oder wiederherstellen, können Komplikationen wie Ausrenkungen und ein transfusionspflichtiger Blutverlust vermieden werden, auch die Rehabilitation kann so deutlich verkürzt werden, und die Aufnahme der beruflichen Tätigkeit kann deutlich schneller erfolgen. Diese Operationstechnik wird seit mehr als fünf Jahren im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf durchgeführt, welches eine ausgewiesene Spezialklinik für Endoprothesen und internationales Referenzzentrum ist.

Dr. P. R. Bock-Lamberlin

Folgekosten minimieren

25./26. August: "Petö-Therapie für hirnverletzte Kinder. Jeder Schritt ein kleines Wunder"

Ich wünsche den Eltern, dass sie mehr Unterstützung bei der Finanzierung dieser Therapie erhalten. Leider weigern sich die Krankenkassen, die Kosten zu übernehmen, sodass die Eltern gezwungen werden, bei unterschiedlichen Einrichtungen auf Betteltour zu gehen. Es wäre wunderbar, wenn endlich die Einsicht käme, dass eine Finanzierung durch die Kassen spätere Folgekosten deutlich minimieren können. Vielleicht denkt man auch einmal über den Stress der Eltern nach, deren Leben man endlich einmal erleichtern könnte, indem man wenigstens die finanziellen Sorgen mindert. Wenn man Gutscheine für Fitnessstudios verteilen kann, warum kann man dann nicht die Überschüsse der Kassen nutzen, um einem kranken Kind zu helfen?

Christiane Dornecker

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