Briefe an die Redaktion: 02. Juli 2012

Lesedauer: 5 Minuten

Voller Sorgen

29. Juni: "Hamburg plant: Muslime sollen an Schulen Religion unterrichten"

Oberflächlich gesehen klingt alles, was beschlossen werden soll, ganz vernünftig. Es wird aber grundsätzlich unterschätzt, dass im Islam eine Trennung von Staat und Religion nicht vorgesehen ist. Da wird auch die Verpflichtung auf unser Grundgesetz nichts daran ändern. In der Tat sind in deutschen Großstädten oft über die Hälfte der Eingeschulten muslimisch. Aus politischer Korrektheit darf man in Deutschland aber nicht öffentlich darüber nachdenken, was passieren könnte, wenn Christen bzw. Deutsche in der Minderheit sind. So ist für uns eine langfristige Strategie nicht möglich, umgekehrt aber schon. Das ist das, was mir wirklich Sorgen bereitet.

Dorothea Ehlers

Religion Privatsache

Religion sollte Privatsache sein und daher eine strikte Trennung von Religion und Staat bestehen. Deutschland ist weit von diesem Ideal entfernt, wie es einem modernen Staat entsprechen würde. Damit wären dann auch alle Diskussionen mit Religionsgemeinschaften hinfällig.

Hans-Emil Schuster

Bebauung überfällig

29. Juni: "1350 neue Wohnungen am Stadtpark. Sieger-Entwürfe für Hebebrand-Quartier vorgestellt. Kleingärtner protestieren"

Schrebergärten mit S-Bahn-Anschluss? Die Wohnbebauung im Hebebrand-Viertel ist seit Jahrzehnten überfällig!

Friedrich Meyer-Hildebrand

Bürger-Abstimmung!

28. Juni: ",Solange ich lebe ...' Merkel regt Europa auf"

Es wird endlich Zeit, dass die gebeutelten Bürger oder noch besser, die Zahlmeister dieses Landes, über den Euro und die EU abstimmen.

Hartmut Arnaszus

Zeit für Änderung

27. Juni: "Deutsches Gericht: Religiöse Beschneidungen sind strafbar. Zentralrat der Juden reagiert mit Empörung auf Kölner Urteil"

Wieso kann man eine Religion nicht ausüben, wenn man ihre Rituale infrage stellt? Um was geht es? Den spirituellen Inhalt oder die demonstrative Ritualisierung ? Was würde passieren, wenn alle Piraten ihren Kindern Ringe durch die Nase zögen? Niemand würde das verstehen oder gar gutheißen. Bestimmen also die Religionen die Regeln des Staates und nicht umgekehrt? Dann wird es höchste Zeit, das zu ändern.

Erhard Haupt

Zweierlei Maß

26. Juni : "Fahrraddiebstähle nehmen dramatisch zu"

In Bergedorf wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn ich mit dem Auto zur S-Bahn-Station fahre, kann ich es in der P+R-Garage kostenlos parken. Komme ich aber mit dem Fahrrad, so muss ich einen Euro pro Tag in der nagelneuen Fahrradstation bezahlen. Fazit: Um den Bahnhof herum sind nach wie vor alle Gitter, Lampen und Ständer mit Rädern vollgeparkt. Die riesige neue Fahrradgarage ist dagegen nur schwach besetzt. Vorschlag: Hausratversicherungen sollten einen Fonds bilden, mit dem solche Unternehmen finanziell unterstützt würden. Letztendlich sind sie die Nutznießer davon. Es ist billiger, als jährlich Millionenschäden zu begleichen.

Friedrich Seifert

Nicht der Mühe wert

Im Artikel findet sich ein Hinweis, die Polizei könne ein gefundenes Rad bei Codierung dem Eigentümer zurückgeben. Dazu müsste die Polizei dieses Rad aber auch sicherstellen und nicht, wie von uns gemeldet und beobachtet, einfach stehen lassen, bis sich das Rad nach und nach "auflöst". Ein von uns im Mai 2011 gefundenes und der zuständigen Wache gemeldetes Rad fand bis Anfang 2012 viele Einzelliebhaber und heute zeugt nur noch ein Schloss um einen verwitterten Fahrradschlauch vom Urzustand. Das hat uns sehr geärgert.

Antje und Gerhard Steinkuhl

Mehr Ermittlungen vor Ort

Selbst der schärfste Kritiker kann unserer Hamburger Polizei Untätigkeit nun wirklich nicht vorwerfen, im Gegenteil: Wohl einmalig ist das statistische Zahlenwerk zu den Fahrraddiebstählen, Hut ab! Nur mit der Aufklärung hapert's noch ein wenig. Statt im Präsidium im Übermaß Zahlenjongleure vor dem Polizeicomputer zu vermuten, möchte sich indes der von Langfingern so gemein bedrohte Fahrradbesitzer mehr polizeiliche Ermittlung vor Ort vorstellen. Wenn man auf dem Flohmarkt ein fast neues komplettes Vorderrad mit Shimano-Nabendynamo für acht Euro erstehen kann, kommt der arglose Bürger schon ins Grübeln. So etwa 20 Räder jüngeren Baujahres standen dort ebenfalls günstig zum Verkauf.

Ulrich Reppenhagen

Nicht abzuschrecken

Unsere Erfahrung nach drei vermeintlich bestens gesicherten und doch gestohlenen Fahrrädern: Kein Fahrraddieb lässt sich von einem noch so teuren, dicken Schloss abschrecken. Mit entsprechendem Werkzeug ausgerüstet lässt sich offenbar alles knacken. Der Rat, das Fahrrad an fest verankerten Gegenständen anzuschließen, scheitert oft am Mangel derselben. Bestes Beispiel: vorm Alsterhaus. Außer einer Handvoll Laternenpfähle, nur mit extralangem Schloss zu nutzen, gibt es dort keine Möglichkeit, sein Fahrrad anzuschließen. Wir sind nun dazu übergegangen, nur noch optische "Krücken" zu fahren. Das hat sich als der effektivste Diebstahlschutz erwiesen.

B. Friedrichs

Gesundheit gefährden?

Warum sollte ich mein Leben oder meine Gesundheit gefährden, indem ich einen Dieb festhalte oder am Diebstahl hindere, wenn unsere Justiz diese Bagatelldelikte nicht ahndet? Keine Bestrafung, also auch keine Straftat, so einfach ist das. Die Versicherungen regeln, was die Justiz nicht mehr regeln will.

Andreas Matthiessen

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