Briefe an die Redaktion: 24. Februar 2012

Lesedauer: 6 Minuten

Der Respekt fehlt

23. Februar: "Nachbarn wehren sich gegen Hospiz in Harburg. Anwohner befürchten Wertverlust"

Diese von einigen Nachbarn des geplanten Hospizes angezettelte Grundstückswertdebatte zeigt, dass es sich dort um eine Gruppe handelt, in der Wertschätzung, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Respekt fehlen. In so einer Umgebung würde ich nicht sterben, geschweige denn leben wollen.

Petra Dieckmann

Ein ruhiger Ort

Der Artikel hat mich sehr empört. Wieso fürchten die Nachbarn einen Wertverlust ihrer Grundstücke? Gerade ein Hospiz ist ein ruhiger Ort, in dem Menschen ihren allerletzten Lebensabschnitt in liebevoller Betreuung verbringen. Vor allem ist doch draußen überhaupt gar nichts von einem Hospiz zu merken. Insofern wird das Leben der Anwohner in keiner Weise beeinträchtigt. Außerdem wissen wir alle nicht, wo wir die letzten Wochen unseres Lebens verbringen müssen, und sind dann froh, dass es diese Einrichtungen gibt.

Monika Ehlers

Angst vor dem Tod

Was kann man sich mehr wünschen als einen angenehmen Ort zum Sterben? Das ehemalige Gemeindehaus in Langenbek könnte ein solcher Ort sein. Sich gegen die Einrichtung eines Hospizes an diesem Ort zu wehren zeugt nicht nur von erheblichem Egoismus, sondern vor allem von großer Angst vor dem Tod. Zu gern wollen wir vergessen, dass er immer da ist. Wer sich über die Nähe zu einem Hospiz beklagt, sollte daran denken, dass auch er sein Schicksal nicht selbst bestimmt.

Karin Brose

Unehrlicher Geldadel

23. Februar: "Neue Haushaltslöcher entdeckt: Mit Griechenland geht es weiter bergab"

Bisher kamen immer neue Überraschungen. Die Wahrheit haben die Griechen beim Eintritt in die EU nicht gesagt. Das Volk badet die kriminellen Machenschaften des Geldadels aus, der noch nie redlich und ehrlich zum Staat gestanden hat. Die Herrschaften haben das Geld außer Landes gebracht.

Klaus Papf

Kein Spielraum für Betrug

23. Februar: "Krankenkassen um 13,5 Milliarden Euro betrogen. Wie sich Ärzte und Apotheker gesundstoßen"

Ich bin absolut dafür, dass Patienten Quartalsquittungen erhalten. Die meisten wären erschüttert, wie schlecht die meisten ärztlichen Leistungen im System der gesetzlichen Krankenkassen honoriert werden. Dazu kommt, dass kaum ein Arzt alles, was er leistet, bezahlt bekommt. Ich behandle seit Jahren zwischen zehn und 20 Prozent meiner Patienten ohne Honorar, weil das Budget überschritten ist. Wirklichen Spielraum für Betrug lässt einem der gedeckelte Topf nicht.

Naschmil Pollmann

Monster mit Flügeln

23. Februar: "Langwierige Genehmigungsverfahren: Kein Platz für neue Windräder"

Der Artikel zeigt, dass der Norden Deutschlands erwacht und endlich die Verschandelung der Natur durch Monster mit Windflügeln stoppt. Die deutschen Fehlentscheidungen führen doch dazu, dass historische Offshore-Regionen immer mehr verunstaltet und die Menschen durch Knurren und Hecheln der Windräder psychisch krank gemacht werden. Die chaotische Windkraft sollte endlich eingeschränkt werden und dafür Solarkraftwerke entlang des Äquators durch Zusammenschluss der Industriestaaten errichtet werden. Hierfür bietet Marokko ein ausgezeichnetes Beispiel.

Bruno Rhody

Nicht mehr zeitgemäß

22. Februar: "Die CSU hat ein Problem mit Gaucks wilder Ehe. Der Bundespräsident in spe soll heiraten"

Das Beziehungsleben von Joachim Gauck geht niemanden etwas an. Wie kann sich die CSU anmaßen, Joachim Gauck die Ehe zu seiner Lebensgefährtin nahezulegen, um seine persönlichen Verhältnisse zu ordnen? In welchem Jahrhundert leben denn diese Menschen? Ein Leben kann auch ohne Ehe sehr wohl geordnet sein. So ein Standpunkt ist nicht mehr zeitgemäß.

Daniel Wiese

Am Problem vorbei

22. Februar: "Stärker als jedes Gesetz. Höchste Richter erlauben Rauchen in Restaurants"

Die Einschätzung, der Nichtraucherschutz funktioniere bereits nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage, ist zum einen falsch und zum zweiten am Kern des Problems vorbei. Erstens gibt es immer noch unzählige Kneipen, Klubs und Restaurants, in denen Nichtraucher die schweigende Mehrheit sind, aber dennoch vom blauen Dunst beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Beschäftigten. Zweitens geht es nicht um Toleranz und Liberalität, sondern um den Gesundheitsschutz der Mehrheitsbevölkerung. Rauchen ist eine schwere Sucht, die weitestgehend aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden sollte. Das Rauchverbot an Hamburger Schulen hat erfolgreich zu einer Halbierung des Anteils der Raucher geführt. Dies vor Augen sollte es ein absolutes Rauchverbot auch in der Gastronomie geben.

Lambert Schulze

Fast nichts zu tun

21. Februar: "In Hamburg angekommen. Flüchtlingskind Mamoudou droht die Abschiebung"

Anders als in dem Artikel behauptet, hat die Ausländerbehörde Hamburg (ALB) mit dem Fall des jungen Afrikaners fast nichts zu tun. Er hat vergeblich ein Asylverfahren betrieben, über seinen Asylantrag hat ohne jegliches Zutun der ALB das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) negativ entschieden. Er klagt jetzt gegen die BAMF-Entscheidung, auch damit hat die ALB nichts zu tun. Die ALB stellt lediglich während des Verfahrens beim Gericht sogenannte Aufenthaltsgestattungen aus, das sind die während des Asylverfahrens geltenden Aufenthaltspapiere. Falls das Gerichtsverfahren negativ ausgehen sollte, müsste Mamoudou ausreisen. Wenn es allerdings dem Ehepaar Buck noch vor seinem 18. Geburtstag gelingen sollte, ihn zu adoptieren, würde er gleich die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, dann wäre er sowieso kein Ausländer mehr.

Ralph Bornhöft, Leiter Einwohner-Zentralamt

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