Briefe an die Redaktion, 25. Januar 2012

Lesedauer: 6 Minuten

Frequentierter Hundetreff

24. Januar: "Der Park, der zum Parkplatz verkommt"

Nicht nur die Neubewohner des Parks haben ein Interesse an Pflege und Erhalt dieses hier in der Nähe wirklich einmaligen Geländes. Auch die Nachbarn haben den Park genutzt. Er diente nämlich vielen Anwohnern als Naherholungsort. Immer noch ist längs der Wandse am alten Eingangsbereich des Krankenhauses ein Schild zu sehen: Für Hunde verboten, Ausnahme: Blindenhunde. Tatsächlich aber ist heute die gesamte Fläche zu einem stark frequentierten Hundetreff geworden. Es bereitet gewiss keine Freude, wenn man plötzlich vor einem hüfthohen Tier steht, ohne Leine und Herrchen.

Rüdiger Schulze

Masterplan fehlt

24. Januar: "Zu wenige Leitungen für Strom"

Der Artikel beschreibt nur einen Teil des Problems "Energiewende". Solange es in Deutschland keine ausreichenden Speichermöglichkeiten für überschüssige elektrische Energie gibt, wird es keine sichere Energieversorgung auf dem bisherigen Niveau geben. Das liegt u. a. daran, dass die Bundesregierung die notwendigen Gesetze nur schleppend erlässt. Was fehlt, ist ein von vielen akzeptierter Masterplan, der schrittweise und zügig abgearbeitet wird. Die elektrische Energieversorgung ist eine Grundversorgung, die man nicht zum Spielball von Politik und Bürgerinteressen machen kann.

Werner Berndt

Rücktritt unsinnig

24. Januar: "Opposition sieht Vorwürfe gegen Wulff erhärtet"

Die Forderung, dass ein Rücktritt des Staatsoberhauptes unausweichlich ist, bleibt unverständlich, wenn man den gesamten Verlauf der Sache betrachtet. Selbst wenn ein Fraktionschef im Niedersächsischen Landtag meint, Vorwürfe aus der Zeit Wulffs als Ministerpräsident erheben zu müssen, sollte man bedenken, dass nun in kurzer Zeit ein zweiter Bundespräsident zurücktreten würde. Damit ist mit Sicherheit unserer Demokratie nicht gedient. Schließlich werden Wulff Fehler als Ministerpräsident vorgeworfen, die nichts mit seinem aktuellen Amt zu tun haben.

Willibald C. J. Piesch

Endlich handeln!

24. Januar: "Bundestag berät über Lockerung von Cannabis-Verbot"

Teilweise hat man das Gefühl, der Staat braucht das Verbot eher als jene, welche er damit zu schützen vorgibt. Wenn der Staat die Kosten für 100 000 (!) Strafverfahren und die ganze Führerscheinproblematik selber zahlen müsste, wäre schon längst eine Regelung gefunden. Auch wenn es den eher alkohol- und tabakabhängigen Politikern nicht passt: Zeit wird es!

Gerhard Finsterbusch

Renovierte Wohnung erhalten

23. Januar: "SPD-Vorstoß: Vermieter soll Courtage mittragen"

Als Vermieterin bin ich gerne bereit, die Hälfte der Courtage zu tragen, aber nur unter der Bedingung, dass auch der Mieter die neu renovierte Wohnung bei Auszug so übergibt, wie er sie übernommen hat! Vor einem halben Jahr hatten wir einen Mieterwechsel. Die Wohnung war nicht wiederzuerkennen!

Ingeborg Gasse

Umschichtung wichtig

Als Betroffener kann ich der Umschichtung der Maklercourtage nur zustimmen. Der Auftraggeber soll den Makler bezahlen und nicht der Käufer. Gleichzeitig muss die Courtage begrenzt werden, damit die Verdienste auch der geleisteten Arbeit angepasst werden. Nicht umsonst fahren viele Makler mit dicken Schlitten vor. Zum Teil sind nicht qualifizierte Makler am Werk; kann ja auch jeder werden.

Bernd Mahnke

Dringend Abhilfe nötig

Zu Recht wird die derzeitige Praxis bei Vermietungen als Wucher bezeichnet. Welches Wort passt aber dann noch zu der gängigen Praxis, bei Hausverkäufen 6,25 Prozent Courtage vom Käufer zu fordern? Beim Kauf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses in Hamburg zahlt heute eine Familie knapp 20 000 Euro Courtage - das Kindergeld für neun Jahre. Wenn man junge Familien in Hamburg halten will, ist hier dringend Abhilfe nötig. Selten kann die Politik kostenneutral so viel für Familien tun wie in dieser Angelegenheit - und gleichzeitig dem Eindruck entgegentreten, dass finanzstarke Lobby-Organisationen mehr Gewicht bei politischen Entscheidungen haben als das Interesse des Bürgers.

Volker Lütten

Besserer Stellenplan

23. Januar : "EU will Pflicht-Abi für Krankenpfleger"

Es wird in dem Artikel behauptet, der Krankenpfleger selber muss hoch qualifizierte Arbeit ausführen wie mit Ärzten reden, Infusionen anlegen und Dokumentationen fertigen. Dafür benötigt er Abitur und auch Zeit. Deshalb soll er entlastet werden durch Helfer, die die Patienten waschen, betten oder auf die Bettpfanne setzen. Genau diese Tätigkeiten aber erfordern den ausgebildeten Pfleger oder die ausgebildete Schwester. Denn beim Betten, Lagern oder Auf-die-Bettpfanne-setzen sind Fachkenntnisse nötig. Die richtige Lagerung und das richtige Bewegen des Patienten, die Beurteilung der Haut oder einer frischen OP-Wunde, des Gangbildes oder auch der Sprache erfordern gut ausgebildete Pflegekräfte, keine Helfer. Nicht zwölf Jahre Allgemeinbildung sichern jedoch die Qualität der Pflege, sondern eine vernünftige Ausbildung und ein sehr viel besserer Stellenplan, als er im Moment existiert.

Karsten Fehrke

Identität nicht verloren

Natürlich braucht Pflege Profis! Die gibt es doch auch, auf manchen Stationen sogar mehr Häuptlinge als Indianer! Schließlich gibt es in der Pflege keinen arztfreien Bereich. Dass aber eine Pflegekraft eine Station nur managen kann, wenn sie auch Patienten mitwäscht, kann keinesfalls stimmen. Als Stationsleitung habe ich den Kern meiner beruflichen Identität nie verloren.

Astrid Gloyer

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