Briefe an die Redaktion: 01. Juni 2012

Lesedauer: 6 Minuten

Ein weiterer Fehler

31. Mai: "Elbphilharmonie: Hamburg und Hochtief vor der Einigung"

Es ist verständlich, dass Politiker nicht immer über das Fachwissen verfügen, welches ihre Entscheidungen erfordert. Nur wozu gibt es Fachbehörden mit Oberbaudirektoren, die entweder nicht gehört werden oder selbst nicht wissen, wie Vertragsverhältnisse zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern auszusehen haben? Man sollte die bestehenden Verträge kündigen und neu verhandeln, wobei die Verantwortung ausschließlich bei den Auftragnehmern liegt. Jetzt auch noch eine vertragliche Beziehung zwischen Architekten und Baufirma zu wollen, wäre ein noch größerer Fehler als die, die bereits gemacht wurden.

Jürgen Benecke

Grotesker geht's nicht

31. Mai: "Eidelstedt-Center: Bürger entscheiden: Bäume statt Läden"

Nun ist es raus. Ein großer Sieg für die Gegner des Eidelstedt-Centrums. Nun wird der Investor sich zurückziehen und das Center weiter verkommen lassen, denn alle anderen Optionen sind kaufmännisch und wären reine Geldverschwendung. Seien wir doch mal ehrlich: Nur elf Prozent der abstimmungsberechtigten Bürger leben in Eidelstedt, dem unmittelbar betroffenen Stadtteil. Viele Menschen in den anderen Stadtteilen dürfen zwar abstimmen, wissen aber oft gar nicht, worum es geht. Die Initiative Parkerhaltung sammelte sogar auf dem Isemarkt Stimmen für ihre Sache. Grotesker geht's nicht.

Gerd Winkelman

Dringend notwendig

Ich bin in Eidelstedt aufgewachsen und bin nach wie vor regelmäßig in diesem Stadtteil. Mit dieser Abstimmung zeigt sich der ganze Schwachsinn des Bürgerentscheids. Wie können Bürger aus dem Eimsbütteler Kerngebiet entscheiden, ob das Eidelstedter Einkaufszentrum ohne Zubau noch konkurrenzfähig ist? Die allermeisten der Nicht-Eidelstedter haben noch nie den Park, auch als Hundewiese bekannt, "bewundert". Auch mussten sie nicht vergeblich im Einkaufszentrum Eidelstedt nach Waren für den täglichen Bedarf suchen. Eine Änderung des Gesetzes über die Bürgerentscheide ist dringend notwendig.

Gerd Imholz

Nicht glaubwürdig

Immer heißt es "die paar Bäume". Jeder Baum, der noch dazu über hundert Jahre alt ist, leistet einen wichtigen Beitrag für das Klima und steht für die Glaubwürdigkeit einer Umweltstadt ein. Dass Bäume Arbeitsplätzen im Wege stünden, ist nicht glaubwürdig. Denn auch die finanziellen Ressourcen sind begrenzt, und die Konsumenten können nicht deshalb mehr Geld ausgeben, weil es mehr Geschäfte gibt. Und von den Leuten, die sich nur ein attraktiver gestaltetes Einkaufscenter ansehen wollen, kann ohnehin kein Geschäft leben.

Martin Ewert

Ein guter Tag

Wieder hat sich gezeigt, inwieweit sich die großen Parteien vom Bürgerwillen entfernt haben. Ich hoffe, dass sich bei der SPD der Frust über die Abstimmung schnell legt und mit allen Beteiligten schnell über Alternativen gesprochen wird. Allen ist klar, dass das Eidelstedt-Center in dieser Form keine Zukunft haben kann. Eine Alternative wäre, das Eidelstedt-Center in Richtung des Bürgerhauses zu erweitern und unter Einbeziehung eines neuen Bürgerzentrums weiter auszubauen. An den Kosten dürfte so etwas nicht scheitern. Markt und Bäume würden bleiben, das wäre dann ein guter Tag für Eidelstedt.

Udo Langmann

Nicht mehr beliefert

30. Mai: "Benzin wird immer teurer"

Dass der Spritpreis ein Kartellpreis ist , beweist die Tatsache, dass am gleichen Tag, an dem in Rotterdam der Rohölpreis steigt, auch die Spritpreise bei uns steigen, obwohl das Benzin, das aus diesem verteuerten Rohöl hergestellt wird, noch Tage bis Wochen der Verarbeitung benötigt, ehe es mit der Verteuerung bei uns ankommen dürfte. Auch der Ein-Cent-Nachlass der freien Tankstellen ist vom Kartell diktiert, denn die Tankstelle, die weiter als ein Cent runtergeht, wird von dem Raffineriekartell nicht mehr beliefert

Dr. Ing. Friedrich Marcks

Kein anständiges Netz

30. Mai: "Viele Deutsche wollen zu Hause arbeiten, doch nur zwölf Prozent tun es"

Ich finde die Darstellung in dem Bericht nicht ganz treffend. Viele würden gerne von zu Hause arbeiten, können dieses aber nicht, da das dazugehörige Netz nicht genügend ausgebaut ist. So wie in meinem Fall. Ich wohne und arbeite in der Millionenmetropole Hamburg. Am äußersten östlichen Zipfel der Elbinsel Wilhelmsburg. Mein Arbeitgeber hat mir das nötige Equipment zur Verfügung gestellt, um von zu Hause aus arbeiten zu können. Nur leider ist dieses nicht möglich, weil die Telekom nicht dazu in der Lage ist, uns hier im dörflichen Raum, ein leistungsfähiges Netz auszubauen.

Walter Reimers

Sehr merkwürdig

30. Mai: "Bundespräsident Joachim Gaucks Staatsbesuch in Israel"

Als ehemaliger Berliner kann ich mich noch erinnern, wie sehr die Presse und die Politiker den Mauerbau in Berlin beklagt haben. Nun steht aber auch in Israel eine lange Mauer und keiner traut sich, über diese Mauer zu reden? Ich finde das merkwürdig und kann den Palästinensern nicht böse sein, wenn die sich wehren. Und die Presse, die den Mauerbau der DDR stets beklagt hat, schweigt still. Das ist sehr merkwürdig.

Klaus Pflugmacher

Totalitäre Züge

26./27./28. Mai: "Organspende - jeder soll sich erklären"

Man wolle nicht "lockerlassen", sagte Daniel Bahr. Die Sache mit der Organspende nimmt allmählich totalitäre Züge an. Stirbt man etwa nur mit dem Kopf? Bei den zu Explantierenden handelt es sich um Sterbende, der Tod tritt erst danach ein. Warum haben wohl die wenigsten Ärzte und Krankenschwestern selbst einen Organspende-Ausweis?

Monika Buttler

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg