Briefe an die Redaktion: 21. Mai 2012

Lesedauer: 4 Minuten

Nicht verwunderlich

18. Mai: "Feuerwerkskörper flogen, Fans stürmten den Platz. Welche Folgen hat das Skandalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC?"

In Zeiten, in denen dem Publikum Brot und Spiele als Ersatz für die durch Bankenmacht und Europaverwaltung bröckelnde Demokratie geboten wird, muss man sich nicht wundern, dass man die Spiele ungern beschränkt. Insbesondere dann nicht, wenn man gerade das Brot ständig verteuert bzw. den Korb damit immer höher hängt.

Andreas Kaluzny

Merkels Handschrift

18. Mai: "Warum Röttgen lieber gefeuert werden wollte"

Es ist seit Langem, und nicht nur seit der letzten Legislaturperiode bekannt, dass Frau Merkel keine Götter neben sich duldet. Jeder der aufstrebenden Minister oder aufstrebenden CDU-Politiker - und die Liste wird immer länger -, der es gewagt hat, ihr schon mal die Stirn zu bieten und der nicht alles, was von ihr vertreten wird, auch für richtig befunden hat, wurde von ihr in die Versenkung geschickt. Herrn Röttgen ist Hochachtung zu zollen, für seinen Mut, sich von der Kanzlerin entlassen zu lassen und nicht, wie ihm von der Kanzlerin nahegelegt, als Getretener selbst zurückzutreten. Dieser Rücktritt hätte ihm mehr geschadet als sein Rausschmiss. Als Umweltminister, und so wird es ihm von allen Seiten bescheinigt, hat er eine sehr gute Leistung abgeliefert. Eine verlorene Wahl ist kein Zeugnis für Unvermögen im Amt.

Gotthard Kalkbrenner

Rauswurf richtig!

Bundeskanzlerin Merkel hat Bundesumweltminister Röttgen zu Recht rausgeworfen. Wer sein politisches Kapital bei einer so zentralen Landtagswahl wie in Nordrhein-Westfalen so gnadenlos verspielt und das Wählervertrauen verliert, sollte nicht an seinem Ministersessel in Berlin kleben.

Albert Alten

Empörung

18. Mai: "Kinder sollen in ihrem Element sein. Für wasserscheue Grundschüler plant die Schulbehörde Schwimmnachhilfe"

Was muss eigentlich geschehen, um dieser sinnlosen Geldverschwendung seitens der Behörden Einhalt zu gebieten? Wir sind empört und können es nicht begreifen, dass Eltern, die ihre Kinder zum Schwimmunterricht begleiten, zehn Euro Wegegeld pro Stunde erhalten. Für uns war das in den 1970er-und 1980er-Jahren, als unsere Kinder Schwimmunterricht erhalten haben, eine Selbstverständlichkeit, diese ohne Bezahlung zu begleiten! Es gab weder Elternbetreuungsgeld noch sonstige Zuwendungen, und das Erlernen der Schwimmfähigkeit wurde zusätzlich als Freizeitspaß mit der Familie ausgeübt.

Eleonore und Klaus Hellberg

Abiturienten mitschuldig

16./17. Mai: "Jeder zweite Ingenieurstudent gibt auf. Schlechte Betreuung an Hochschulen"

Ich glaube nicht, dass es an der schlechten Betreuung an den Hochschulen liegt, sondern eher daran, dass viele Abiturienten mit schlechten Abgangsnoten überheblich genug sind, ein anspruchsvolles Ingenieurstudium zu absolvieren, und dann staunen, dass sie es nicht bewältigen können. Zudem wird die Initiative des Hamburger Schulsenators durch einen besser gestalteten Übergang von der Schule ins Berufsleben keinen Erfolg haben. Dieser Zeitpunkt ist viel zu spät. In der Schule muss bereits der Grundstein für die spätere Laufbahn gelegt werden. Je früher die Kinder es lernen zu lernen, desto leichter fällt es ihnen. Wenn etwas für die Wirtschaft getan werden soll, muss in der Schule begonnen werden.

Peter Schröder

Straßenkehrer notwendig!

16./17. Mai: "Hamburg: Noch nie so viel Müll illegal entsorgt. Behörde meldet neuen Höchststand"

Auch mich ärgert es, wir dreckig meine Vaterstadt Hamburg mittlerweile ist. Man muss sich doch nur mal den neu gemachten Jungfernstieg anschauen: immer wieder mal Kaugummireste. Das Problem der Vermüllung ist aber wohl auf zwei Seiten zu suchen. Einmal bei einer Vielzahl von Bürgern mit einer offenbar asozialen Neigung, zu meinen, ihren Dreck überall hinschmeißen zu können. Andrerseits vermisse ich seit vielen Jahren den früher regelmäßig und überall anzutreffenden Straßenkehrer. Ich war im vergangenen Jahr in Madrid und vor einigen Wochen in Paris. Beides sind Großstädte, die größer sind als Hamburg. Überrascht hat mich in beiden Städten die Sauberkeit. Hier gibt es den Straßenkehrer! Hamburg sollte sich daran ein Beispiel nehmen.

Klaus Steffen

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