Nairobi. Das Zweite zeigt einen Afrika-Krimi ohne kitschige Sonnenuntergänge und Strandparadiese. Es geht um Rohstoffe aus dem Kongo und um die Korruption über Ländergrenzen hinweg.

Statt romantischer Afrika-Bilder stehen hier mal echte Probleme des Kontinents im Mittelpunkt: Das ZDF zeigt am Montag (5.2., 20.15 Uhr) einen packenden Wirtschaftskrimi. In „Tod in Mombasa“ wird ein persönliches Drama zum Ausgangspunkt einer Suche, die Korruption und Misswirtschaft entlarven wird.

Der in Hamburg lebende Fotoreporter Moritz Wagner (Heino Ferch) erfährt vom Tod seiner seit Monaten verschwundenen Ehefrau Farrah (Dayan Kodua). Zuletzt wurde sie in Mombasa gesehen, der kenianischen Hafenstadt am Indischen Ozean. Und hierhin kehrt auch der in dem ostafrikanischen Land aufgewachsene Moritz zurück, um Antworten auf seine vielen Fragen zu suchen.

Ermittlungen auf eigene Faust

Der langjährige Kriegsreporter hofft von seiner Schwägerin mehr über Farrahs letzte Monate zu erfahren. Doch als er in deren Haus eintrifft, ist sie nach einem Angriff lebensgefährlich verletzt und stirbt wenig später. Für die Polizei ist der Deutsche plötzlich der Hauptverdächtige für den Tod der beiden Frauen. Moritz muss fliehen und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Nach anfänglichem Zögern unterstützt ihn Caroline (Katharina Schlothauer), eine ebenfalls in Mombasa lebende Gebrauchtwagenhändlerin und gute Freundin Farrahs.

Eine erste Spur führt die beiden in die Demokratische Republik Kongo, genauer nach Lumumbashi. Sie stoßen schließlich auf den jungen Minenarbeiter Yaka (Alex Tsanghu), mit dem sich Farrah getroffen hatte. Ihr war es um die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Kobaltminen gegangen.

Doch offenbar befasste sich Farrah nicht nur mit Kinderarbeit und mangelnder Arbeitssicherheit, sondern war auf brisante Informationen über fragwürdige Geschäfte afrikanischer und deutscher Profiteure gestoßen. Die Suche nach den Hintergründen wird auch für Moritz und Caroline lebensgefährlich.

„Aus organisatorischen Gründen haben wir einen Großteil in Griechenland gedreht“, so Autor und Regisseur Jörg Lühdorff. „Schon aus Sicherheitsgründen wäre es unmöglich gewesen, im Kongo zu drehen, wo die Geschichte des Films spielt.“ Für einzelne Szenen sei das Filmteam nach Kenia gegangen. „Doch auch in Kenia musste der gesamte Dreh von bewaffneten Polizisten begleitet werden.“

Der Preis des Kobalt-Abbaus

Eine wichtige Rolle im Film spielt der Abbau von Rohstoffen wie Kobalt. „Wenn wir wüssten, unter welch schrecklichen Bedingungen ein Großteil dieser Rohstoff im Kongo gefördert wird, würden wir uns vermutlich zwei Mal überlegen, ob wir bereits nach zwei Jahren ein neues Handy brauchen“, meint Lühdorff. Letztendlich funktionierten auch die umweltfreundlichen Elektroautos nur auf Kosten Afrikas, denn der Kobalt-Abbau sei oft mit verheerenden Umweltauswirkungen wie Wasserverschmutzung und Emissionen von Schadstoffen verbunden - ganz zu schweigen von den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen.

Dem Team sei es darum gegangen, einen Blick auf Afrika zu haben, „der weder klischeehaft verkitscht noch überdramatisiert bedrohlich wirkt. Es sollte bei all den Drehbedingungen ein möglichst authentisches, filmisches Abbild der Wirklichkeit werden.“

Da hapert es allerdings mitunter: So impliziert der Film, dass man ohne Weiteres mit dem Auto von Mombasa am Indischen Ozean ins kongolesische Lumumbashi gelangen kann. Fast wirkt es in dem Film, als verlaufe zwischen den beiden Ländern eine gemeinsame Grenze, was nicht der Fall ist. Auch dass eine Deutsche in Kenia einen Schrottplatz betreibt und dort in einem Trailer wohnt, entspricht nicht so recht der Lebenswirklichkeit.

Dennoch, mit „Tod in Mombasa“ handelt es sich um einen Film, in dem Afrika und Afrikaner einmal nicht nur exotische Kulisse sind und in dem es einmal nicht um die üblichen Ranger, Tierärzte und ähnliche Protagonisten geht, dank derer man wilde Tiere und schöne Landschaften ins Bild rücken kann. Stattdessen zeigt hier einmal ein Spielfilm außerhalb des nischigen Spätprogramms, welchen Preis afrikanische Minenarbeiter für die technischen Geräte europäischer Konsumenten zahlen müssen.