Berlin. Nicht nur in Brasilien werden ganze Wälder abgeholzt - auch mitten in Europa geschieht das. Der Film „Blutholz“ greift das Thema auf.

„Blutholz“ beginnt gleich unheimlich. Männer in Bärenfellen traktieren einen Mann in einem nebligen Wald. Er ist nackt. Sie lassen Hunde auf ihn los.

Joachim Król spielt in dem Film einen beruflich gescheiterten Zielfahnder, der nochmal für eine Mission eingesetzt wird. Er soll sich im rumänischen Siebenbürgen auf die Suche nach einem vermissten Manager machen.

Im TV-Drama „Blutholz“, das 2023 erstmals zu sehen war und das 3sat am Dienstag (28. November, 21.45 Uhr) nun wieder ausstrahlt, geht es um das Thema illegaler Abholzungen.

Geheimnissen aus der Kindheit auf der Spur

Hierher zurück kommen wollte er nie wieder, doch nun ist er doch in seiner Geburtsstadt Brașov (deutsch: Kronstadt) angelangt. Der Sicherheitsmann Schüssler (Król) geht dem lukrativen Auftrag nach und macht sich auf die Suche nach dem deutschen Manager eines internationalen Holzkonzerns. Die junge Firmenanwältin Katja Schöne (Alina Levshin) wird von ihrem Chef Gerd Sasse (Alexander Beyer) angewiesen, Schüssler bei seiner Suche zu unterstützen.

Schüssler trifft auch auf seine alte Jugendliebe Silvia (Désirée Nosbusch), die als Bürgermeisterin kandidiert und sich durchaus verdächtig verhält. Überhaupt die Vergangenheit: Der Privat-Ermittler kommt nach und nach einem Geheimnis aus seiner Kindheit auf die Spur.

Regisseur Torsten C. Fischer („Tatort“, „Polizeiruf 110“) hat auch am Drehbuch mitgeschrieben und erzählt einen ziemlich komplexen Fall. Dieser ist - auch wegen vieler verschiedener Figuren - nicht so leicht zu durchschauen.

Król („Endlich Witwer“, „Wunderschön“) spielt einen Mann ohne Illusionen. Die scheint er schon in seiner von Unterdrückung geprägten Jugend in Rumänien verloren zu haben. Schüsslers Liaison mit Silvia war ebenfalls kein Glück beschieden, auch wenn beide nun in vielen Erinnerungen schwelgen. Es ist anrührend zu sehen, wie Schüssler in einem alten lindgrünen Dacia 1300 über das Land fährt, um schließlich feststellen zu müssen, dass auch der Wald seiner Eltern verschwunden ist.