Medien Hamburg

„Die Zeitung wird es auch künftig auf Papier geben“

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Verlegerin Julia Becker, in deren FUNKE Mediengruppe auch das Abendblatt erscheint, mit Kultursenator Carsten Brosda (r.) und Constantin Schreiber (ARD).

Verlegerin Julia Becker, in deren FUNKE Mediengruppe auch das Abendblatt erscheint, mit Kultursenator Carsten Brosda (r.) und Constantin Schreiber (ARD).

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Medien diskutieren beim Scoopcamp, wie sie junge Leute erreichen. Welche Kriterien der Journalismus dafür erfüllen muss.

Hamburg.  Wie erreicht seriöser Journalismus junge Leute? Die Leitfrage des diesjährigen Scoopcamps, zu dem sich Medienschaffende aus ganz Deutschland tatsächlich und virtuell am Mittwoch und Donnerstag in Hamburg treffen, klingt komplex, aber gleich der erste Redner hatte eine einfache Antwort: „Berichten sie über den Klimawandel! Und wenn sie nicht über den Klimawandel berichten, dann wundern sie sich bitte nicht, dass sie keine jungen Leser haben“, sagte Alan Rusbridger.

Der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung „The Guardian“ hielt am ersten Tag des Treffens die sogenannte Keynote unter dem Titel „Why should they believe us?“, auf Deutsch: Warum sollten Sie uns trauen? Und er hatte eine Reihe von Ratschlägen, wie guter Journalismus die jungen Menschen erreicht: Er müsse transparent, fair, relevant und authentisch, und er dürfe nicht zu negativ sein: „Gute Nachrichten sind keine schlechten Nachrichten“, so Rusbridger.

Julia Becker: Qualitätsjournalismus ist eine „Grundlage für Demokratie“

Vor dem Journalisten hatte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda darauf hingewiesen, wie wichtig ein „gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung journalistischer Arbeit ist“, weil eine Demokratie nur dann funktionieren würde, „wenn alle ungefähr über alles Bescheid wissen, was relevant ist“. Verlegerin Julia Becker, in deren FUNKE Mediengruppe auch das Hamburger Abendblatt erscheint, sagte, dass Qualitätsjournalismus eine „Grundlage für Demokratie ist“. Die FUNKE-Regionalmedien, denen es auf allen Kanälen auf „zuverlässigen, gut recherchierten Journalismus“ ankomme, hätten deshalb eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Sie werde es übrigens auch künftig auf Papier geben, so die Verlegerin, „weil ein Großteil unserer Leserinnen und Leser das Produkt morgens auf dem Frühstückstisch liegen haben will“.

Zugleich sei die digitale Transformation eine große Chance, kreative neue Erlösmodelle zu schaffen. Die FUNKE Mediengruppe mit Hauptsitz in Essen („WAZ“) hat in mehreren Bundesländern Regionalzeitungen im Portfolio, neben dem Hamburger Abendblatt auch die „Berliner Morgenpost“. Die größte Herausforderung in den kommenden Jahrzehnten sei es, junge Leserinnen und Leser zu erreichen. Man müsse auf den Kanälen, in denen junge Leute unterwegs seien, präsent sein.

Den Kongress „Scoopcamp“ gibt es seit 2009. Organisatoren sind die Initiative nextMedia.Hamburg und die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

( hai/dpa )

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