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Schräge Weltraumoper: "Guardians of the Galaxy"

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dpa
Vor und hinter der Kamera: Der US-Schauspieler Chris Pratt (l) mit dem US-Drehbuchautor und Regisseur von "Guardians of the Galaxy Vol. 2", James Gunn.

Vor und hinter der Kamera: Der US-Schauspieler Chris Pratt (l) mit dem US-Drehbuchautor und Regisseur von "Guardians of the Galaxy Vol. 2", James Gunn.

Foto: dpa

Ein sprechender Waschbär, ein tolpatschiger Baum und mittendrin ein chaotischer Held: "Guardians of the Galaxy" setzte 2014 neue Maßstäbe im Superhelden-Kosmos. Fans fiebern Teil drei schon entgegen. Das Projekt lag nach einigem Ärger um Regisseur James Gunn lange auf Eis.

Berlin. So stellt man sich die Beschützer der Galaxie bestimmt nicht vor.

Die fünf "Guardians of the Galaxy" sind ein kurioses Team von Außenseitern: ein schießwütiger, rotzfrecher Waschbär namens Rocket Racoon, ein einsilbiger Baumriese, der nur den Satz "Ich bin Groot" murmelt, die grünhäutige Killer-Amazone Gamora und der tätowierte Muskelprotz Drax the Destroyer.

Allen voran jettet der Abenteurer und Gesetzlose Peter Quill, der sich "Star-Lord" nennt, in seinem Raumschiff durch das All. Am liebsten mit einem alten Kassettenspieler und großen Kopfhörern, aus denen eingängige Sixties-Oldies und Pop-Hits der 70er Jahre dröhnen.

Der Kassenschlager "Guardians of the Galaxy", dessen erster Teil am Donnerstag um 20.15 Uhr bei Vox läuft, ist ganz anders als die gewohnten Superhelden-Abenteuer aus dem Marvel-Universum. Der legendäre US-Verlag Marvel brachte Figuren wie Captain America, Hulk, Iron Man Thor und Spider-Man hervor. Die Guardians, die 1969 erstmals im Comic-Heft erschienen, waren stets Superhelden zweiter Klasse.

Mit dem Film haben sie 2014 ihr Schattendasein abgelegt. "Guardians of the Galaxy" ist eine witzig-schrille Achterbahnfahrt durch eine bunte Weltraumlandschaft. Natürlich gibt es auch bombastische Explosionen und laute Kampfszenen, aber das zweistündige Spezialeffekte-Spektakel besticht mehr durch Humor, überraschende Wendungen und kuriose Figuren.

Das Abenteuer beginnt 1988 auf der Erde. Ein neunjähriger Junge wird nach dem Tod seine Mutter von Aliens entführt. Einen Walkman und Kassetten mit ihren Lieblingssongs hütet Peter Quill wie einen Schatz. 26 Jahre später braust er als selbst erklärter "Star-Lord" durch die Galaxie. Chris Pratt eroberte sich nach vielen Nebenrollen mit Peter Quill eine gute Hauptfigur. Er ist ein Outlaw, der für seinen blauhäutigen Alien-Boss Yondu (Michael Rooker) im All nach brauchbarem Schrott stöbert. Zu lauter Musik legt der Einzelkämpfer auch mal Tanzschritte auf einem zerstörten Planeten hin.

Nach dem Fund einer mysteriösen Kugel, deren Energie gleich den ganzen Kosmos zerstören könnte, wird Quill plötzlich zum Gejagten. Oberbösewicht Ronan (Lee Pace) stellt ihm mit seinem galaktischen Kriegern nach, um diese wertvolle Waffe in sein düsteres Reich zu holen. Auch der genmanipulierte Waschbär Rocket Racoon und sein Buddy, der Baumriese Groot, heften sich als Kopfgeldjäger auf Quills Fersen. Killer-Frau Gamora (Zoe Saldana, "Avatar") schlägt ebenfalls zu. Doch um die Galaxie zu retten, müssen sich die Sonderlinge am Ende gegen den finsteren Ronan verbünden. Ex-Wrestler Dave Bautista ("Riddick") stößt als rachsüchtiger Drax zu der schrägen Truppe.

Regisseur und Drehbuchautor James Gunn landete mit "Guardians of the Galaxy" und dessen Fortsetzung zwei gewaltige Kassenerfolge. Fans fiebern seit Jahren Teil drei entgegen. Doch dessen Zustandekommen wurde nicht nur durch Corona verzögert. Disney feuerte Gunn im Jahr 2018, nachdem Reporter sehr alte Tweets von ihm ausgegraben hatten, in denen er Witze über Pädosexuelle und Vergewaltigung gemacht hatte. Inzwischen ist er - nach einer öffentlichen Entschuldigung - wieder an Bord des Projekts. Der Gerüchteküche zufolge ist der Kinostart von "Guardians of the Galaxy 3" inzwischen für das Jahr 2023 geplant.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-364383/3

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