Hamburg

Abendblatt-Chefredakteur ist Blattmacher des Jahres 2019

Lars Haider bei „Lead Awards“ ausgezeichnet. Konkurrenz gratuliert auch per Twitter. Podcast der "Zeit" ist Digitalleader 2019.

Hamburg. Die Lead Awards sind für Deutschlands Medienschaffende, was die Oscars für Schauspieler sind: die höchste Auszeichnung, die man erhalten kann. Am Montagabend hat die Jury des Preises, der seit 1993 vergeben wird, die besten Blattmacher und Chefredakteure in Hamburg ausgezeichnet – und dabei für große Freude bei Hamburger Medien gesorgt.

Vor allem beim Hamburger Abendblatt: Chefredakteur Lars Haider wurde erstmals zum Blattmacher des Jahres in der Kategorie „Zeitung regional“ gewählt und war überglücklich: „2019 war beim Abendblatt ein Jahr voller großartiger Ideen und Projekte, angefangen bei unseren Podcasts über die Verfilmung des Grundgesetzes bis hin zu Magazinen über Udo Lindenberg, John Neumeier und Greta“, sagte er.

„Dass ich dafür stellvertretend für die Redaktion diese Auszeichnung entgegennehmen kann, ist wunderbar. Vielen Dank an die Jury.“

In deren Begründung heißt es, das Abendblatt sehe nicht nur aus wie eine überregionale Zeitung, sondern könne es auch inhaltlich mit diesen aufnehmen. „Der Journalismus des Abendblatts hat den großen Atem, die Redaktion stellt die großen Fragen und gibt Antworten.“

"Qualität von Print erfolgreich im Netz"

Als Beispiele nannte die Jury die Recherchen zu „Wem gehört Hamburg?“, die Spezialausgabe zum 100. Geburtstag von Helmut Schmidt und die Reihe „Die 100 großen Fragen des Lebens“, außerdem die Berichterstattung über Fridays for Future. Weiter heißt es: „Hinzu kommt, dass Lars Haider die Qualität von Print erfolgreich ins Netz bringt.“ Seit diesem Jahr zum Beispiel mit inzwischen zehn Podcasts.

Haider hatte, als er auf die Bühne des Curio-Hauses gerufen wurde, im Scherz gesagt, dass er eigentlich heute Abend nur gekommen sei, um „mit Giovanni di Lorenzo und Oliver Wurm zu feiern“. Tatsächlich gewann „Zeit“-Chefredakteur di Lorenzo in der Kategorie „Blattmacher des Jahres/ Zeitung überregional“ vor den Chefredakteuren Georg Löwisch („taz“) und Sven Afhüppe („Handelsblatt). Und im Bereich „Magazin Independent“ siegte der Hamburger Oliver Wurm mit seiner Idee, das Grundgesetz als Magazin herauszugeben.

Abendblatt-Video: Das Grundgesetz – der Film

Youtube Abendblatt Grundgesetz Der Film Axel Leonhard

"Flow", "Hygge" und "Holly" geehrt

In der Kategorie „Magazin Lifestyle“ wurde Sina Schütte, Chefredakteurin von „Flow“, „Living at Home“, „Hygge“ und „Holly“ geehrt, die alle bei Gruner + Jahr erscheinen. Digitalleader des Jahres wurden Sabine Rückert und Andreas Sentker für ihren Podcast „Zeit Verbrechen“. Im Bereich Magazin Debatte gewannen Michael Ebert und Timm Klotzeck („SZ-Magazin“), und in der Kategorie Magazin Popular ging die Auszeichnung an Sabine Ingwersen, Chefredakteurin von „Tina“, „Bella“, „Laura“, „Alles für die Frau“ und „Meins“ (Bauer Media Group).

Was alle Ausgezeichneten verbindet, sagte Markus Peichl, der Vorsitzende der Lead Academy, die die Lead Awards vergibt: „2019 war ein schwieriges Jahr für die Medienbranche, es stand im Zeichen von Stellenabbau, Strukturwandel und dem Fall Claas Relotius. Wir würdigen die Blattmacher, die der Glaubwürdigkeitskrise etwas entgegenhalten, Brücken zu den Lesern schlagen, Impulse setzen und ihren Beitrag zur Meinungsfreiheit leisten.”

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sagte in seinem Grußwort: „Die entscheidende Frage unserer Zeit ist, wie wir als Gesellschaft miteinander im Gespräch bleiben. Das ist die großartige Aufgabe von Journalisten und klassischen Medien. Deshalb glaube ich, dass wir in Zeiten leben, in denen Journalismus so wichtig ist wie selten zuvor.“ und fügte hinzu: „Wenn Journalismus nicht gelingt, kann Demokratie nicht gelingen."