Zeitungspreise

European Newspaper Awards für das Abendblatt

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Berndt Röttger
Links und rechts außen die Veranstalter Norbert Küpper und Annette Milz, in der Mitte die Abendblatt-Mitarbeiter Sandra Teuscher und Berndt Röttger bei der Preisverleihung in Wien

Links und rechts außen die Veranstalter Norbert Küpper und Annette Milz, in der Mitte die Abendblatt-Mitarbeiter Sandra Teuscher und Berndt Röttger bei der Preisverleihung in Wien

Foto: ENA / HA

Beim European Newspaper Congress in Wien wurde das Hamburger Abendblatt am Dienstag gleich neun Mal ausgezeichnet.

Wien.  Neun „Awards of Excellence“ erhielt das Hamburger Abendblatt am Dienstag im Wiener Rathaus beim 17. European Newspaper Award – dem größten europä­ischen Zeitungswettbewerb. Ausgezeichnet wurden von der internationalen Jury sowohl inhaltliche Konzeption als auch vorbildliches Design der Zeitung. Preise gab es für die Flüchtlingsberichterstattung des Abendblattes, aber auch für mehrere Seiten des „Magazins“ in der Sonnabend-Ausgabe sowie für „Thema“- und Titelseiten.

Preiswürdig empfand die Jury auch die Extraseiten der Kultur-Redaktion zur Unesco-Entscheidung, die Speicherstadt zum Weltkulturerbe zu erklären. Im Rahmen der Flüchtlingsberichterstattung wurde insbesondere die Schwerpunktausgabe vom Wochenende 5./6. September 2015, die sich auf mehr als 20 Seiten mit dem Flüchtlingsthema auseinandersetzte, mit einem Award für insgesamt zehn preiswürdige Seiten bedacht.

Beim European Newspaper Congress diskutierten mehr als 500 Journalisten

Mehr als 500 Journalisten aus 39 Ländern kamen nach Wien, um auf dem European Newspaper Congress über Trends zu diskutieren und sich im historischen Festsaal des Rathauses über spannende Neuentwicklungen zu informieren. Einer der diskutierten Medien-Trends: „Constructive Journalism“ – Journalismus, der Lösungsansätze sucht, statt negative Schlagzeilen zu bringen. Der Chefredakteur des dänischen Fernsehens, Ulrik Haagerup, etwa hat ein Talkshow-Format eingeführt, bei dem die Politiker sich nicht streiten dürfen, sondern verpflichtet sind, gemeinsam eine Lösung des jeweiligen Themas zu finden.

„Folgt dem digitalen Sturm eine Renaissance von Print?“, fragte sich der Wiener Zukunftsforscher Matthias Horx in seinem Vortrag. Er stellt die These auf: Jeder Trend erzeugt eine Gegenbewegung. Das schnelllebige Netz bringt Sender wie „Slow TV“ hervor, bei denen stundenlang Kameraeinstellungen mit Bahnstrecken gezeigt werden. Der Vegan-Trend führt gleichzeitig zum Erfolg des Fleischesser-Magazins „Beef“. Schnelle Video-Häppchen in sozialen Netzwerken gehören ebenso zu unserer Zeit, wie aufwendig produzierte TV-Serien über hundert Folgen. „Auch die Nische kann ein großer Erfolg sein“, meint Horx.

196 Zeitungen aus 26 Ländern haben Arbeiten für die Preise eingereicht

Insgesamt haben für den 17. European Newspaper Award 196 Zeitungen aus 26 Ländern Arbeiten eingereicht. Die Hauptpreise – beste Europäische Zeitung – gingen an die norwegische „Kvinnheringen“ (Lokalzeitung), die in Barcelona erscheinende „Ara“ (Regionalzeitung), die belgische „De Morgen“ (überregional) und an „Expresso“ (Wochenzeitung) aus Lissabon.

Die ausgezeichnete norwegische Lokalzeitung „Kvinnheringen“ zeigt eindrucksvoll, dass auch „Kleine“ Großes schaffen können: Das Team von Chefredakteur Thomas Bruvik besteht aus fünf Journalisten und einem Layouter. Die Zeitung des Jahres hat eine Auflage von 4000 Exemplaren und erscheint dreimal pro Woche. Chefredakteur Bruvik liebt es, über seine Zeitung zu sprechen und ist gleichzeitig selbstkritisch: „Wir machen jeden Tag Fehler. Aber ich denke, es ist besser, die Menschen in unserer Stadt sprechen über uns kritisch beim Mittagessen – als das sie nicht über uns sprechen.“

Der European Newspaper Award wird seit 1999 vom deutschen Zeitungsdesigner Norbert Küpper in Kooperation mit den Fachzeitschriften „Medium Magazin“, „Der Österreichische Journalist“ und „Schweizer Journalist“ veranstaltet. Das Hamburger Abendblatt wurde hier bereits mehrfach ausgezeichnet.

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