ARD

Männer, die Milch geben und andere Katastrophen

Die Kuhflüsterin (Cordula Stratmann) mit Nachb ar (Simon Böer)

Die Kuhflüsterin (Cordula Stratmann) mit Nachb ar (Simon Böer)

Foto: ARD / ARD/Frank Dicks

Cordula Stratmann spielt in der neuen ARD-Serie „Die Kuhflüsterin“ die Hauptrolle als Tierheilpraktikerin Belinda Mommsen.

Deckung: Es hagelt Juxsalven und Humorgranaten. Oder zumindest das, was man beim Ersten dafür hält. Ab heute ist Belinda Mommsen (Cordula Stratmann), in ihrem bergischen Dorf Oberbreitbach als „Die Kuhflüsterin“ bekannt, vier Doppelfolgen lang für den Frohsinn im freitäglichen ARD-Vorabend zuständig.

Und das ist leider viel anstrengender, als man befürchten würde: Cordula Stratmann kann ja durchaus äußerst unterhaltsam sein. Besonders ohne fes­tes Drehbuch. Das hat sie in der „Schillerstraße“ und bei „Zimmer frei“ zur Genüge bewiesen. Aber die hanebüchene Story von der Tierheilpraktikerin Mommsen, die mithilfe ihrer Hände Krankheitsherde bei Mensch und Tier erspürt, kann auch sie nicht retten.

Die von gleich drei Autoren (Mark Werner, Marko Lucht, Oliver Welter) verfassten Dialoge und Charaktere dümpeln irgendwo zwischen Holzhammerhumor und Fremdscham in der Gegend herum, der Versuch, dörfliche Trutschigkeit und moderne Geisteshaltung zu verknüpfen, schlägt ein ums andere Mal fehl.

Die Serie feiert wohl nicht ganz zufällig zu Beginn des Sommerlochs Premiere

Ihrem Sohnemann Thommy nötigt „Die Kuhflüsterin“ Kondome auf, wenn der zur „Nachhilfe“ geht, mit ihren besten Freunden videotelefoniert sie noch kurz vor dem Einschlafen, und beim kranken Esel diagnostiziert sie fachgerecht ein verschlucktes Handy. Und dann ist da noch „Der Milchmann“, der unter einem Milcheinschuss leidet und das natürlich keinesfalls an die große Glocke gehängt wissen möchte. Oh, und der neue Nachbar Winnes (Simon Böer), den die Mommsen so lange versucht auszuspionieren, bis er zugibt, dass er Personenschützer des BKA ist und in Oberbreitbach bei vollen Bezügen abgestellt wurde.

Warum, das ist eigentlich egal.
Genauso egal wie die ganze Serie, die wohl nicht ganz zufällig ausgerechnet zu Beginn des medialen Sommerlochs Premiere feiert. Man sollte Cordula Stratmann einfach wieder die Drehbücher wegnehmen und sie drauflosimprovisieren lassen. Das wäre tatsächlich gute Vorabend-Unterhaltung. Ohne Kondome, auf denen „Gruß, Mama“ steht und ohne Milch gebende Landwirte.

„Die Kuhflüsterin“, ab Fr, 18.50 Uhr, ARD