Münster-“Tatort“

Thiel und Boerne schrammen knapp am eigenen Rekord vorbei

Erkläre die Quote: Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, l.) und  Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, r.) als Traumtaar im jüngsten „Tatort“ aus Münster

Erkläre die Quote: Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, l.) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, r.) als Traumtaar im jüngsten „Tatort“ aus Münster

Foto: WDR / WDR/Martin Valentin Menke

13,01 Millionen Zuschauer für „Erkläre Chimäre“ bedeuten Rang zwei der „Tatort“-Neuzeit. Debatte um schwule TV-Kommissare.

Hamburg.  Schauspielerisch haben sich Axel Prahl und Jan-Josef Liefers mal wieder selbst übertroffen, quotentechnisch allerdings nicht ganz. Die neueste „Tatort“-Folge der Münsteraner Ermittler Thiel (Prahl) und Boerne (Liefers) zog am Sonntagabend 13,01 Millionen Zuschauer vor die Fernsehbildschirme (37,2 Prozent Marktanteil).

Damit schrammte das Duo mit dem Fall „Erkläre Chimäre“ zwar hauchdünn an seinem im September 2014 aufgestellten Rekord von 13,13 Millionen Zuschauern vorbei (“Mord ist die beste Medizin“), unterstrich aber einmal mehr seine Vormachtstellung unter den „Tatort“-Teams. Und immerhin schob sich die jüngste Episode noch vor dem Til-Schweiger-Bestwert (12,57 Millionen für „Willkommen in Hamburg“) auf Rang zwei der Charts der letzten 23 Jahre.

Geteiltes Echo bei den Zuschauern

Mit seinen schwulen Verwicklungen ist „Erkläre Chimäre“ bei den Zuschauern allerdings auf ein geteiltes Echo gestoßen. „Läuft nicht mal 10 min und ist mir jetzt schon zu viel Klamauk“, twitterte etwa @deniiideniiis. Andere freuten sich dagegen über den ungewöhnlichen Auftritt der beiden Kommissare. „Kann man das Hochzeitsfoto im #Tatort-Fanshop kaufen?“, fragte beispielsweise @fraeulein_tessa. Der Film vom Sonntag war der 27. Fall aus Münster seit 2002.

In der WDR-Krimikomödie „Erkläre Chimäre“ im Ersten waren Thiel und Boerne diesmal als Männerpaar zu sehen - allerdings nur arrangiert, um den reichen Onkel aus Florida (Christian Kohlund) für eine Erbschaft zu täuschen.

Prahl hält schwulen Ermittler für machbar

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag) sagte Prahl (55): „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es die eine oder andere Spielart für homosexuelle Ermittler gibt. Und ich glaube schon, dass auch das Publikum einen schwulen Kommissar oder eine lesbische Kommissarin akzeptieren würde. Das könnte ja auch sehr interessante Situationen ergeben.“

Im Kern des aktuellen TV-Falls ging es um einen Toten, den die Ermittler im Schlachtraum eines kleinen Hofladens finden. Es gab Spuren zu einem Weinhändler und eben eine Verbindung zu Boernes schwulem Erbonkel. (HA/dpa)