ZDF-Unterhaltungsshow

Thomas Gottschalk: „Wetten, dass..?“ war seine große Liebe

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Ex-Moderator Gottschalk zeigt sich vom Ende des ZDF-Klassikers getroffen. Er wolle aber dennoch nicht seinen Nachfolger Lanz dafür verantwortlich machen. Samuel Koch bemängelt ein gesunkenes Niveau der Show.

Berlin. Das angekündigte Ende von „Wetten, dass..?“ hat dessen Ex-Moderator Thomas Gottschalk nach eigenen Worten „wirklich hart getroffen“. Der ehemalige Gastgeber des ZDF-Klassikers sagte der „Bild“-Zeitung vom Dienstag: „,Wetten, dass ..?‘ war die große Liebe meines Lebens.“ Er habe sie aus guten Gründen verlassen und gehofft, sie würde „mit einem anderen glücklich werden und in neuem Glanz erstrahlen“.

Seinen Nachfolger Markus Lanz (45) wollte Gottschalk nicht für das Aus der Show verantwortlich machen. „An Entwicklungen trägt niemand die Schuld. Die Dinosaurier wollten auch nicht aussterben, aber es brauchte sie keiner mehr.“

Der 63 Jahre alte Entertainer hatte zwischen 1987 und 2011 insgesamt 151 Ausgaben der Samstagabend-Show moderiert. Einen Auftritt in der vorerst letzten Ausgabe im Herbst schließt er nicht aus. Er werde darüber entscheiden, wenn eine Einladung kommen sollte, sagte Gottschalk dem Blatt.

Das sagen die Promis

Der ehemalige „Wetten, dass..?“-Kandidat Samuel Koch (26) findet das angekündigte Aus des ZDF-Klassikers nach eigenen Angaben „schade“. Er bedauere, dass sein Unfall immer wieder als Wendepunkt in der Geschichte der Show bezeichnet wird: „Sollte tatsächlich jemand denken, dass ,Wetten dass..?‘ durch meine Teilnahme einen Bruch erlebt hat, tut mir das sehr leid“, sagte er „Bild.de“. „Dennoch hat die Sendung danach ganz klar jegliches Niveau verloren.“

Koch verletzte sich im Dezember 2010 während einer Wette so schwer, dass er bis heute gelähmt ist. Thomas Gottschalk entschied sich nach dem Unfall, als Moderator der Sendung aufzuhören. „Eine Show wie „Wetten, dass..?“ würde wahrscheinlich nur dann wieder eine höhere Quote erreichen, wenn es bei den Aktionen – so wie in der Antike – um Leben und Tod geht“, sagte Koch weiter.

Schauspieler Til Schweiger (50) sagte „Bild“ zur Absetzung der Show, er könne die Entscheidung nachvollziehen. Offenbar treffe die Sendung nicht mehr den Geist der Zeit. „Unfair finde ich, dies Markus Lanz alleine in die Schuhe zu schieben. Die gleichen Leute, die diese unsägliche Anti-Lanz-Kampagne fahren und sich nach Gottschalk zurücksehnen, haben, als Gottschalk noch moderiert hat, auf ihn eingeschlagen. Jeden Montag, nach jeder ,Wetten, dass..?‘-Sendung. Schon vergessen?“, sagte der Kinostar.

Show-Erfinder Elstner (71) hatte nach eigenen Worten damit gerechnet, „dass etwas passiert“, wie er im „Welt“-Interview sagte. Nach den Diskussionen der jüngsten Zeit sei klar gewesen, „dass das ZDF eine Entscheidung fällen wird“. Er wollte sich nicht zur Rolle von Lanz bei der Absetzung des Dauerbrenners äußern. „Ich bin mit ihm befreundet, deswegen halte ich mich da raus.“

Cameron Diaz ist von der Show überzeugt

Hollywoodstar Cameron Diaz (41) mag „Wetten, dass..?“. „Es ist wirklich eine Erfahrung. Die Form ist einzigartig. Ich war noch nie in einer Show irgendwo auf der Welt, die auch nur ansatzweise damit vergleichbar wäre“, sagte sie am Montag in München. „Das finde ich ziemlich cool. Das Publikum ist so glücklich, alle sind aufgeregt, einfach dabei zu sein, die Gäste sind großartig und Markus, der Gastgeber, war wirklich reizend. Es ist eine sehr nette, lässige, lockere Sache.“

Diaz war am Sonnabendabend in der ZDF-Show in Offenburg zu Gast. „Auf mich hat die Absetzung jetzt keine kulturellen Auswirkungen“, sagte sie. „Aber ich weiß, dass die Show hier bei Euch geliebt wird und sehr sehr lange schon da ist.“ Andere internationale Stars wie Tom Hanks oder Robbie Williams hatten in der Vergangenheit wenig warme Worte für die Show gefunden.

Uschi Glas: Elstner soll sich etwas Neues ausdenken

Schauspielerin Uschi Glas (70) schaut nach dem angekündigten Aus von „Wetten, dass..?“ in die Zukunft. „Ich glaube, man muss sich ein neues modernes Format ausdenken“, sagte sie am Rande der Verleihung des Felix Burda Awards am Sonntag in Berlin. Dabei setzt sie auf den Erfinder der Show: „Der Frank Elstner ist ja so ein Luftikus, der kann ja viel, da soll er sich einfach etwas Neues ausdenken.“ Sie denke, dass das „sensationelle“ Format auserzählt sei. Es gebe keine Wetten mehr. „So traurig es sich anhört, irgendwann ist jedes Theaterstück zu Ende“, sagte Glas.

Zur Frage nach der Zukunft von Lanz als Entertainer sagte der ZDF-Sprecher: „Markus Lanz gehört wie andere auch zu unserem Moderatorenpool und wird auch weiter Shows machen, wie er es auch in der Vergangenheit getan hat.“

Am Sonnabend saßen 6,84 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Das waren eine Million mehr als noch in Februar, als mit 5,85 Millionen der historische Tiefstwert gemessen wurde. Für das Fernsehpublikum kam die Abschieds-Ankündigung überraschend.

( (HA/dpa) )

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