Historiendrama

ZDF zeigt neue Geschichten über Familien-Clan Borgia

Politik, Ränkespiele, Sex und Gewalt: Das sind die Zutaten für eine Erfolgsserie. Die zweite Staffel von Borgia startet am 30. September – mit einem Kirchen-Krimi.

Hamburg. „Noch toller, noch intrigenhafter, noch saftiger.“ Eine Serie, die derart fulminant angekündigt wird, ließ sich vor zehn Jahren eher bei den Privatsendern vermuten. Doch mit diesen schillernden Worten pries ZDF-Fernsehfilmchef Reinhold Elschot am Dienstag in Hamburg die zweite Staffel des Historiendramas „Borgia“ an. Die Geschichte um den Aufstieg der gleichnamigen Familie im Vatikan erinnert in ihrem süffigen Mix aus Politik, Ränke, Sex und Gewalt an die Erfolgsformel US-amerikanischer Serien des Senders HBO wie etwa die Fantasy-Story „Game Of Thrones“.

Und auch wenn „Borgia“ vor allem in der deutschsprachigen Synchronisation etwas hölzerner daher kommt, kann das ZDF mit seiner aufwendigen europäischen Koproduktion zufrieden sein. Erzielten die ersten sechs Teile 2011 doch im Durchschnitt eine solide Reichweite von 4,7 Millionen Zuschauern, was einem Marktanteil von knapp 15 Prozent entspricht.

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Die zweite Staffel startet am 30. September und begleitet die Reise der erfolgshungrigen Sippe vom Mittelalter in die Renaissance, wobei weitere historische Figuren wie Machiavelli eingeführt werden. Allerdings betont Autor und Produzent Tom Fontana bei der Präsentation im Le Royal Meridien an der Alster: „Ich möchte weniger ein geschichtliches Stück zeigen, sondern vielmehr die Familienverhältnisse untersuchen.“

Und so erlebt der Zuschauer, wie der zum Papst aufgestiegene Spanier Rodrigo Borgia (John Doman) nach dem Tod seines Sohnes Juan den Verstand zu verlieren droht, was die Kardinäle ausnutzen wollen, um seine Autorität zu unterwandern. Unterdessen ergeht sich Sohn Cesare (Mark Ryder) zunehmend in Machtfantasien, während Tochter Lucrezia (Isolda Dychauk) ihre Schwangerschaft zu verbergen versucht.

Die Szenen ihrer Isolation wurden an Originalschauplätzen in Italien gedreht. „Die Bettkammer zu betreten, in der Lucrezia selbst lebte, war wahnsinnig emotional für mich. Ich habe minutenlang dagestanden und die Energie in mich aufgenommen“, erzählt Dychauk in Hamburg von der Identifikation mit ihrer Rolle. Die Serie, die in 85 Ländern ausgestrahlt wird, hält die 20-Jährige für sehr modern. Denn, so meint sie: „Die menschliche Natur ändert sich nicht.“

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