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Neu-Millionär Langrock ist so cool wie sein Vorgänger

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Poker-Profi Sebastian Langrock ist der achte Millionengewinner bei Günther Jauch. Bei der entscheidenden Frage zockte der 36-Jährige ähnlich lässig wie der letzte Erfolgskandidat vor zwei Jahren.

Köln/Berlin Da ist nicht nur Günther Jauch aus dem Häuschen: Nach zweieinhalb Jahren hat bei „endlich“ wieder ein Kandidat die letzte Frage bei „Wer Wird Millionär“ (WWM) richtig beantwortet und die Million eingeheimst.

Pokerspieler Sebastian Langrock aus München nahm in der 1073. WWM-Folge am Montag die komplette Sendezeit der RTL-Quizshow ein, um am Ende im Kölner Studio den Geld bringenden Glitzerregen auszulösen.

Und bei der Million-Frage zeigte sich der 36-Jährige besonders abgezockt: Noch bevor Moderator Jauch die Lösungsmöglichkeiten nennen konnte, warf Langrock die passende Antwort in den Raum.

„Es soll bitte jetzt ein Kellner kommen“, sagte der Kandidat, während er siegesgewiss seine linke Hand zur Faust ballte und dabei sogar kurz vom Ratestuhl aufsprang.

Kandidat verzichtet auf letzten Joker

Die Frage lautete „Wer sollte sich mit der „Zwanzig nach vier“-Stellung auskennen?“ - und Langrock hatte mit seiner Idee tatsächlich Recht. Der Grund: Der Poker-Profi hatte darüber etwas in einem Buch über unnützes Wissen gelesen.

Und er hatte es offenbar genau gelesen, denn der Ex-Gastronom konnte seine Antwort sogar erklären. „Es ist die Stellung vom Besteck auf dem Teller, wenn man fertig ist, Messer und Gabel“, sagte Langrock.

Seinen letzten Joker, die Telefonhelfer, musste der Münchener somit gar nicht erst zu Rate ziehen. „Sie wollen den Joker nicht nehmen?“, hakte Jauch dennoch nach. „Nein. Das weiß keiner. Wenn das falsch ist, dann bin ich im falschen Film“, entgegnete Langrock.

„Ich war mir zu 99,9 Prozent sicher und wollte nicht von einem, der keine Ahnung hat, einen falschen Input bekommen“, sagte der Münchner in einem Interview mit RTL.

Vor der Millionenfrage hatte der Münchner unter anderem Fragen nach dem Bestand einer Entourage und den Motoren von Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel richtig beantwortet.

Millionär dank unnützem Wissen

Als Jauch die 15. und letzte Frage stellte, konnte Langrock sein Glück kaum fassen. „Ohne Witz, vor einer Woche habe ich es irgendwo gelesen und gedacht: macht ja Sinn.“ Jauch: „Ich habe es noch nie gehört. Wo wollen Sie das gelesen haben?“ Langrock: „Das Buch heißt ‚Die volle Dosis unnützes Wissen‘.“

„In dem Moment, als ich da auf dem Stuhl saß, die Frage kam und ich die Antwort wusste, habe ich eine Gänsehaut bekommen“, sagte der Gewinner. „Das Lustige ist, ich habe in der Gastronomie gearbeitet und habe da noch nie etwas davon gehört“, gestand Langrock.

Damit hat der Münchner gleich zwei Dinge mit seinem WWM-Vorgänger gemein: Der Hannoveraner Ralf Schnoor, im November 2010 letzter Million-Gewinner bei Jauch, kam ebenfalls aus der Gastronomie und konnte die letzte Frage auch eigenständig beantworten.

Langrock will ins Pokern investieren

Langrock verdient seinen Lebensunterhalt mit Pokern, spielt im Internet und im Kasino. Dies habe ihm bei seiner Nervosität geholfen. „Wenn du in so einem Turnier mitspielst, wo dann auch viele Kameras um dich rumstehen und es auch um viel Geld geht, dann lernst du, mit dem Druck umzugehen, und Entscheidungen zu treffen, bei denen es wirklich um viel Geld geht.“ Langrocks höchster Gewinn waren bislang 13.000 Dollar und sein höchster Verlust 700 Dollar.

Einen Teil seines Gewinns wolle er unter anderem bei Turnieren der World Series of Poker im Sommer in Las Vegas einsetzen. „Das Ziel ist es, aus der Million zwei zu machen und nicht, das zu verballern“, erklärte Langrock. Nach Angaben von RTL möchte er zudem vielleicht einen Snooker Club oder eine Bar in München eröffnen.

Zum ersten Mal gewann ein Kandidat, der sich für die Risikovariante mit vier Jokern entschieden hatte. Alle bisherigen Millionäre hatten auf nur drei Joker gesetzt.

Richtig mit freuen konnten sich übrigens auch die restlichen Kandidaten, die die ganze Sendung über auf ihren Stühle ausharren mussten. Doch Jauch versprach den Spielern am Ende, ihnen in der nächsten WWM-Ausgabe noch einmal eine Chance zu geben.