Medien-Macher

Wird aus dem DSF bald Sport 1?

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Kai-Hinrich Renner

Vergangenen Donnerstag veröffentlichte die Constantin Medien ihre Halbjahreszahlen.

Sie waren wenig berauschend. Besonders die unerfreuliche Entwicklung im Geschäftsfeld Sport - Constantin Medien gehört unter anderem der Sportsender DSF, das Online-Portal Sport 1 und die Constantin Sport Medien, die für T-Home den Bundesliga Sender Liga Total! produziert - dürfte Hauptgesellschafter Leo Kirch betrübt haben. Folglich versprach Vorstandschef Bernhard Burgener , die bereits angekündigte Neustrukturierung dieses Geschäftsfeldes noch in diesem Jahr anzugehen.

Wie es in Branchenkreisen heißt, dürfte dies dazu führen, dass Sport 1 und das DSF miteinander verschmolzen werden. Wenn es so kommt, könnte das neue Gemeinschaftsunternehmen den Namen Sport 1 tragen. Das Sport-Portal, das Constantin Medien zuvor vergeblich mehreren Verlagshäusern angeboten hatte, genießt nichtsdestotrotz im Internet einen sehr guten Ruf. Der des DSF hat dagegen wegen seiner "Sexy Clips" und anderer Banalitäten im Programm sowie durch den Verlust des Sonntagsspiels der Fußball-Bundesliga arg gelitten.

Mit einer Zusammenlegung von DSF und Sport 1 ließen sich Kosten sparen. Womöglich wäre ein Gemeinschaftsunternehmen auch besser zu verkaufen. Als Interessent gilt der zum Medienkonzern Walt Disney gehörende US-Sportsender ESPN , der nach Europa expandieren will. Es werden allerdings auch andere Optionen als eine Fusion der beiden Sportangebote geprüft.

Und weil noch keine Entscheidung gefallen ist, mag man sich bei Constantin Medien offiziell zu den Plänen auch nicht äußern.

Ob "Vitaguide" , das von Gruner + Jahr entwickelte Supplement zum Thema Gesundheit, jemals wie geplant Zeitschriften wie "Stern" und "Brigitte" beiliegen wird, steht nach wie vor in den Sternen. Auf Anfrage sagt ein Verlagssprecher, dass "die endgültige Entscheidung zum Erscheinen dieser Verlagsbeilage noch nicht getroffen ist". Hintergrund ist offenbar, dass die Anzeigenbuchung äußerst miserabel läuft, wie es in Verlagskreisen heißt. Die Zeit drängt: Eigentlich sollte "Vitaguide" im Herbst erscheinen. Auch sonst bereitet das Projekt Gruner + Jahr Verdruss: Erst kürzlich musste das Zeitschriftenhaus dem Jahreszeiten-Verlag versprechen, das Logo der Beilage zu ändern, weil der Wettbewerber Verwechselungsgefahr mit seinem Gesundheitstitel "Vital" befürchtete.

Am Montag startet Rainer Schmidt, einst stellvertretender Chefredakteur von "Max" und "Vanity Fair", ein Projekt, das es so zuvor im deutschsprachigen Internet wohl noch nicht gegeben hat. Unter www.myspace.com/liebestaenze werden Journalisten und Schriftsteller wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Rainald Goetz, Maxim Biller, Claudius Seidl und Ulf Poschardt aus Schmidts neuem Roman lesen. Der heißt "Liebestänze" und dreht sich um die Techno-Szene der 90er-Jahre. Demnächst dürfte Schmidt sich auch wieder als Journalist betätigen: Er soll die Chefredaktion einer Musikzeitschrift übernehmen.

Großen Wirbel haben die Vorwürfe verursacht, die der Werbefilmer Charly Leske zum Finanzgebaren des ADC vergangene Woche an dieser Stelle erhob. In einem offenen Brief wies ADC-Schatzmeister Matthias Kindler Leskes Forderung zurück, den Club von Rechnungsprüfern unter die Lupe nehmen zu lassen. Bereits heute würden die Bilanzen des ADC von "unabhängigen Wirtschaftsprüfern " testiert. Zudem sei das ADC-Vermögen heute um 60 Prozent größer als zu Zeiten, da Leske im Vorstand saß. Der Werbefilmer bleibt aber bei seinem Standpunkt. Er will vom ADC wissen, welche Maßnahmen wann beschlossen wurden, was sie kosteten und ob in diesem Zusammenhang Aufträge an ADC-Mitglieder erteilt wurden. In der Vergangenheit, sagte Leske, seien ihm diese Fragen nicht beantwortet worden.

Kai-Hinrich.Renner@abendblatt.de