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Was wäre das für eine Welt – ohne Friseure?

Ein junge
Friseurin bei der
Arbeit: Der Beruf
beinhaltet viel
mehr als
waschen,
schneiden,
föhnen

Foto: picture alliance

Ein junge Friseurin bei der Arbeit: Der Beruf beinhaltet viel mehr als waschen, schneiden, föhnen

Wer den Beruf liebt, schneidet nicht nur Haare. Er ist auch Berater, Psychologe und Seelsorger der Kunden.

Hamburg.  Dick geschminkt, toupierte oder bunte Haare, lange pinke Glitzernägel und ein dümmlicher Gesichtsausdruck. Klar, die muss Friseurin sein. Es gibt so viele Klischees über diesen Beruf. Wenn ich jemandem von meinem Beruf erzähle, ernte ich meist einen bemitleidenden Blick, und dann kommt die Frage: "Was willst du denn danach machen?" oder "Wie bist du denn ausgerechnet dazu gekommen?" Am Anfang glaubte ich, mich dafür rechtfertigen zu müssen. "Das ist nur eine Grundlage", antwortete ich. "Ich will dann noch eine Ausbildung zur Maskenbildnerin machen." Niemand sollte sich für seine Berufswahl rechtfertigen müssen. Der Beruf Friseurin bereitet mir Freude.

Er ist abwechslungsreich und es steckt viel mehr dahinter, als viele Leute denken. Man erfüllt den Kunden Wünsche und stärkt ihr Selbstvertrauen, man ist Seelsorger oder Berater in allen Lebenslagen, man macht eine Typberatung und manchmal schenkt man den Kunden einfach nur ein bisschen Ruhe und Erholung.

Dreijährige Ausbildung

Man sollte sich mal vorstellen, wie eine Welt ohne Friseure aussehen würde. Was ist mit all den Damen, die sich Strähnen setzen lassen, die einen besonderen Schnitt für Locken bekommen oder all die Männer, die alle zwei Wochen zum Friseur gehen. Jetzt denken manche, das kann ich auch selbst machen. Glaubt mir: Jeder, der ein bisschen Ahnung hat, erkennt sofort, ob ein Profi am Werk war oder jemand selbst Hand angelegt hat. Es gibt einen Grund, warum man für den Beruf der Friseurin eine dreijährige Ausbildung absolvieren muss.

Wir sollten uns allen in unseren Berufen gegenseitig mehr Respekt entgegenbringen und auf das Wissen und Können der Profis vertrauen. Und wir sollten fragen, was hinter einem Beruf steckt, wie viel Wissen und wie viel Können, wie viel Talent und wie viel manch einer auch dafür lernen muss.

Stellen Sie sich vor, wie eine Welt aussehen würde ohne verschiedene Berufe. Wie würden die Menschen zum Beispiel aussehen ohne Friseure?

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