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Familie

Liebeserklärung an einen ganz besonderen Menschen

Bruder und Schwester

Bruder und Schwester

Foto: imago stock&people / imago/Science Photo Library

Mit nassem Lappen im Gesicht aufwachen, nachts vorlesen. All das erträgt die große Schwester, wenn es für den kleinen Bruder ist.

Hamburg. ute, die Geschwister haben, werden mich verstehen. Kleine Geschwister sind aufdringlich, bekommen immer recht und die Großen haben immer Schuld. Egal, um was es geht, ob ein Teller runtergefallen ist oder der Herd nicht funktioniert. Wenn ich dann die Einzelkinder höre, die gerne Geschwister hätten, denke ich mir oft: „Nehmt doch meinen Bruder!“

Viele Leute sagen mir, später würde ich mich über ihn freuen. Aber wieso erst später? Ich weiß, tief in mir drin, dass ich ihn liebe und ihn gegen nichts eintauschen würde. Außer gegen einen großen Bruder vielleicht. Alles, was ich mache, will mein kleiner Bruder auch machen. Wenn ich etwas habe, will er es auch haben. Er will auch aufs Gymnasium. Wie ich. Er kauft sich sogar die gleichen Dinge, manchmal sogar in derselben Farbe.

Es gibt Momente, in denen müssen Geschwister zusammenhalten. Wir sind dann ein eingespieltes Team, ohne dass wir uns absprechen müssen. Es gibt aber auch Momente, in denen ich Dinge tue, die mir im Nachhinein leidtun.

Aber wir vertragen uns meist ganz schnell. Ohne meinen Bruder kann ich nicht sein, mit ihm aber manchmal auch nicht. Aber ich genieße jeden Augenblick, den ich mit ihm verbringe.

Mit Geschwistern kann man Geheimnisse teilen

Geschwister sind wie beste Freunde. Sie verlassen einander nicht und sind immer füreinander da. Mit Geschwistern teilt man Geheimnisse, zum Beispiel, wenn man sein Zeugnis abgefackelt hat oder man einfach mal Schule geschwänzt hat. Ich habe viel mit meinem Bruder erlebt. Wir gehen durch dick und dünn. Selbst aus etwas Langweiligem wie Einkaufen kann sich mit ihm zusammen etwas Abenteuerliches entwickeln. Wenn wir mit einem Einkaufswagen durch die Gänge fahren, und wenn wir uns dann schlapplachen, wenn wir rausgeschmissen werden. Vor unseren Eltern halten wir dicht und unterstützen uns, auch wenn wir dann für den anderen schummeln.

Ich könnte mir ein Leben als Einzelkind nicht vorstellen. Allein die Vorstellung, mal nicht mit einem nassen Lappen im Gesicht geweckt zu werden – ich würde es so vermissen. Oder, dass ich spät in der Nacht geweckt werde, um ihm eine Geschichte vorzulesen, weil er nicht schlafen kann. Ausschlafen kann ich am Wochenende nicht, aber so kann ich mit ihm lernen und lerne selbst noch etwas hinzu.

Sein Lachen ist das hellste und lustiger als ein Witz

Ich helfe ihm gerne, auch wenn er sich über mich lustig macht, wenn er etwas besser kann als ich. Außerdem kocht er besser als jeder andere Junge, den ich kenne. Er ist immer hilfsbereit und einfühlsam, versteht mich und wenn ich etwas mit ihm mache, vergesse ich so lange alle meine Probleme und Sorgen. Mit meinem Bruder wird es nie langweilig. Wenn wir zusammen eine Komödie schauen, ist sein Lachen das hellste im Raum und meist lustiger als der Witz. Es wäre ohne ihn so langweilig und ruhig zu Hause.

An Geschwistern gibt es Vor- und Nachteile, aber ich bin froh, meinen Bruder zu haben und mein Leben mit ihm teilen zu dürfen. Wir begleiten uns ein Leben lang. Auch wenn wir beide später verschiedene Wege gehen, verbindet uns ein unsichtbares Band.