Schüler machen Zeitung
Trend

Weniger ist mehr: Perfektes Wohnen auf kleinstem Raum

Dieses Tiny House steht in New York City. Es hat sogar einen kleinen Vorgarten

Dieses Tiny House steht in New York City. Es hat sogar einen kleinen Vorgarten

Foto: Bryan Bedder / Getty Images for Harry

Der Trend heißt Tiny Houses und er kommt aus den USA. Eine Hamburger Schülerin erklärt, warum riesige Häuser und Wohnungen out sind.

Immer mehr Menschen wenden sich ab vom Leben auf großem Raum. Der neue Trend, sich zu verkleinern und sein Leben zu genießen, breitet sich immer weiter aus. Die aus Amerika stammenden Tiny Houses (winzige Häuser) machen es möglich, auf kleinstem Raum perfekt leben.

Tiny Houses sind circa 55 Quadratmeter klein, meist in einer klassischen Form mit Satteldach aufgebaut und haben oftmals auch Räder montiert. In einer Zeit, in der die Mieten ständig steigen und der Wohnraum immer knapper wird, ist dies eine kostensparende und dazu noch umweltschonende Alternative. Oft sorgen Solarzellen für den Strom und mehr Unabhängigkeit.

Hat dieser Trend etwa den Nerv unserer Zeit getroffen? Der Amerikaner Steve Areen zum Beispiel baute sich sein Traumhaus in nur sechs Wochen und gab dafür nur umgerechnet 6500 Euro aus – so viel wie in Hamburg in manchen Stadtteilen ein Quadratmeter kostet.

Die Nachfrage steigt ständig

Die Werte der jüngeren Generationen haben sich geändert. Früher arbeitete man hart, um sich ein großes Haus leisten zu können. Dafür bekam man gesellschaftliche Anerkennung. Heute soll die Work-Life-Balance stimmen. Das heißt: Man arbeitet nicht, um zu wohnen. Im Gegenteil: Man schafft sich mehr Lebensraum, indem man sich verkleinert, Geld spart und es in Lebensqualität wie Reisen und Qualitätszeit investiert.

Es gibt nicht mehr viele freie Wohnungen oder gar Häuser in den Metropolen. Und wenn doch, sind diese übertrieben teuer. Tiny Houses sind dagegen perfekt: Geld sparen, in der Stadt leben, sich verkleinern und alle seine Geldlasten abschütteln.

Der Trend, der auch in Europa angekommen ist, wird leider durch komplizierte Bauvorschriften, Genehmigungspflichten und Straßenverkehrsverordnungen verhindert.

Klaus Toczek aus Braunfels in Hessen ließ sich davon nicht abschrecken – und baut zurzeit ein Tiny House in Deutschland. Er sagt „Ich möchte einfach in der Natur und autark leben“. Sein neues Zuhause soll gerade mal 15 Quadratmeter groß sein und muss deshalb perfekt durchdacht sein. Jeder Quadratmeter muss exakt eingeplant werden. „Ich habe bestimmt 30 verschiedene Grundrisse durchgeplant und wieder verworfen, bis mein heutiger Entwurf stand“ gab Toczek zu. Er nutzt jede Gesetzeslücke die man finden kann.

Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann die kleinen Häuser ihre großen Erfolge in Europa feiern.