Schüler machen Zeitung
Kräftemessen

Sind Bundesjugendspiele heuzutage noch sinnvoll?

Ein Schüler beim Weitsprung während der Bundesjugendspiele

Ein Schüler beim Weitsprung während der Bundesjugendspiele

Foto: Frank Rumpenhorst / picture-alliance/ dpa

Der Wettkampf hat sich zur Angstveranstaltung entwickelt. Schüler fordern weniger Konkurrenzdruck und mehr Spaß.

Hamburg.  Bundesjugendspiele – der Leichtathletikwettkampf im Laufen, Springen und Werfen – gibt es auch bei uns am Gymnasium Ohlstedt. Die Meinungen zu diesem Wettkampf gehen auseinander: Die einen lieben die Bundesjugendspiele, weil sie ihre Leistung präsentieren können. Andere fühlen sich dadurch bloßgestellt, weil sie schlecht abschneiden. In der Grundschule sind die Bundesjugendspiele ein spielerischer Wettkampf, später ist es eine reine Sportprüfung.

Stress um jeden einzelnen Punkt kann schon anstrengend für die jüngsten Schüler sein. Von Klasse 5 an wird aus dem Spaß aber ein harter Konkurrenzkampf. „Es ist eine Zwangsveranstaltung“, sag Lea Fricke aus der Klasse 10 unserer Schule.

Das ist unser Eindruck von den Bundesjugendspielen. Über die Jahre vor unserer Schulzeit können wir nichts sagen. Hat sich der Charakter dieses Wettkampfs geändert? Heute verdient er auf jeden Fall kaum die Bezeichnung „Spiele“.

Der so oft beklagte Konkurrenzkampf unter Kindern wird verstärkt durch den Wettbewerb im Sport. Die Wertungen werden von unterschiedlichen Lehrern vorgenommen, wer die Startklappe beim Sprint hält, kriegt vielleicht sogar einen kleinen Bonus. „Es macht nur Spaß, wenn die Lehrer gerecht sind“, hören wir von unserem Mitschüler Jascha Klenke. Und muss es denn immer der Sport sein?

An unserer Schule gibt es mindestens ein Fußballturnier pro Schuljahr, einen Turnwettkampf und die Bundesjugendspiele. So etwas wie einen Mathe-Wettkampf gibt es nicht! Warum?

Das kann nicht sein, finden wir. Die Bundesjugendspiele sollten nicht zum Angst-Event für Schüler werden. Wenn sie nicht abgeschafft werden, sollten sie jedenfalls wieder die Form der Spiele annehmen, nicht die des Wettkampfs.