Schüler machen Zeitung
Weihnachtszeit

Konsumrausch von Januar bis Ende Dezember

Passanten gehen  in Hamburg durch die weihnachtlich dekorierte Einkaufsmeile „Spitalerstraße“.

Passanten gehen in Hamburg durch die weihnachtlich dekorierte Einkaufsmeile „Spitalerstraße“.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Konsumdruck und Konsumrausch hören nicht auf bis Weihnachten. Und wenn Weihnachten längst vorbei ist, geht der Wahnsinn weiter.

Hamburg.  Kaum ist der Sommerurlaub beendet, der Bikini im Schrank verstaut, da liegen auch schon die ersten Lebkuchen in den Supermarktregalen. Es scheint, als wären sie gar nicht weg gewesen. Bereits Ende August gibt es die ersten leckeren Weihnachtsprodukte zu kaufen.

Und schon baut sich der Konsumdruck wieder auf: Was wünschen sich meine Lieben? Was wünsche ich mir zu Weihnachten? Die Frauen machen sich auf in die überfüllten Fußgängerzonen und Shopping Malls, kaufen erste Geschenke. Die Männer sind noch cool. Für sie ist der Saisonstart der Fußballbundesliga wichtiger. Erst Wochen später, nach unzähligen Hinweisen und Erinnerungen, erfasst auch sie der Shopping-Stress und sie arbeiten Weihnachtswünsche ab. Allerspätestens am Tag vor Heiligabend – beim Juwelier, in der Parfümerie oder einfach von der Couch aus im Internet.

Bis Heiligabend schieben sich die Menschenmassen durch die Straßen

Auch wenn die Frauen eigentlich schon alle Geschenke besorgt haben, findet man sie dennoch bis Heiligabend inmitten von Menschenmassen, die durch die City strömen. Zwischen überfüllten U-Bahnen und duftenden Weihnachtsmärkten findet man schließlich immer ein Schnäppchen, oder? Der Rummel rund um Weihnachten und das hektische Treiben in der Stadt macht nervös. Der Konsumdruck erfasst auch Menschen, die aus lauter Schamgefühl Geschenke kaufen, obwohl das Geld eigentlich nicht reicht.

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, kommt nun auch noch der Black Friday nach Deutschland. Der Freitag, an dem die Menschen in den USA nach Thanksgiving die Kaufhäuser stürmen, um die Top-Rabatte auszunutzen. Ein Trend, der sich bei uns bislang hauptsächlich bei Internetkäufen breitmacht und bald wohl auch den Einzelhandel erfassen wird.

Konsumdruck und Konsumrausch hören nicht auf bis Weihnachten. Weil es uns so gefällt, machen wir nach Weihnachten weiter – mit den vielen verschenkten Gutscheinen. Und nach dem Fest ist alles so viel preiswerter als vor dem Fest. Das schreit doch geradezu nach einer Shopping-Tour.

Weihnachten ist längst vorbei. Der Wahnsinn geht weiter. Bis August.