Konzertkritik

Max Giesinger macht „Paadie“ mit Mama und 4000 Freunden

Max Giesinger und Kollegen am Sonnabendabend auf der Stadtparkbühne

Max Giesinger und Kollegen am Sonnabendabend auf der Stadtparkbühne

Foto: Silvia Stammer

Der Wahl-Hamburger begeistert in der ausverkauften Stadtpark-Freilichtbühne. Die Heiserkeit spielt er locker weg.

Hamburg.  Ein warmer Sommerabend, Handylichter werden im Takt geschwenkt, Kinder dürfen zum Mitsingen auf die Bühne, ein Heiratsantrag im Publikum – es klingt nach Helene Fischer, aber es ist Max Giesinger, der da am Sonnabend den Stadtpark verzückt.

„Leude, wollt ihr mit mir Paadie machen?“, fragt der 29-Jährige zu Beginn seines Konzertes. Natürlich wollen die etwa 4000 in der ausverkauften Arena. Und sie helfen dem heiseren Max („Heute früh hab’ ich keinen Ton rausgebracht“) natürlich auch gerne beim Singen.

Absolut textsicher sind vor allem die weiblichen Fans zwischen Mitte 20 und Mitte 30. „Legenden“, „Der Junge, der rennt“ oder als Starter „Roulette“ – da sitzt jede Zeile. Wobei Max Giesinger, der Lausbub aus Süddeutschland, der lieber in Hamburg statt in Berlin wohnt und jetzt auch endlich mal Zeit zum Tretbootfahren auf der Alster hatte, auch in allen anderen Altersklassen und durchaus bei vielen Männern offenbar Fans hat.

Heiratsantrag zu „80 Millionen“

Mancher anwesende Herr hat allerdings seine Hintergedanken, wie der Begleiter einer jungen Rothaarigen, der bei „80 Millionen“ vor der Angebeteten auf die Knie fällt und um ihre Hand anhält. Logisch sagt sie Ja, Tränen, Verlobungsring, ach …

Dies ist nicht der einzige Glückskeks, der während des Abends geknuspert wird. Giesingers Hit „Und wenn sie tanzt“ hört diesmal sogar die Mama persönlich, der das Lied gewidmet ist: „Sie ist im Publikum und extra aus Karlsruhe angereist. Wir feiern später in ihren Geburtstag rein“, verrät der erfolgreiche Sohn.

Drei besondere Gäste bittet er etwa zur Halbzeit des Abends auf die Bühne: Nadin, Flavio und Samuele von „The Voice Kids“. Als Juror und Tutor der TV-Castingshow hatte ihnen Giesinger einen Auftritt während seiner Tournee versprochen – und Wort gehalten. Vor allem die 15-jährige Nadin Parisi bekommt vom Stadtpark-Publikum verdientermaßen großen Applaus. Dass Max Giesinger das Trio gleich noch mal singen lässt, nachdem zu Beginn arge Mikroprobleme den Auftritt versauen, beschert ihm weitere Sympathiepunkte. Wie auch später der Auftritt von drei Gastkindern aus dem Publikum.

Bei den hohen Tönen hilft der beste Kumpel

Überhaupt möchte man ihn einfach den ganzen Abend knuddeln, den Max. Der Knuddel-Max lässt sich zwar nicht anfassen, aber er kommt seinen Fans doch so nahe, wie es die Bodyguards eben zulassen: Er singt und badet in der Menge, dann geht es wieder zurück auf die Bühne. Bei den hohen Tönen lässt er sich an manchen Stellen von seinem besten Kumpel Steffen Graef (Gitarre, Vocals) helfen, die Band ist stark. Steffen ist auch nicht unmaßgeblich am Erfolg von Max Giesinger beteiligt.

„Die Reise“ heißt folgerichtig das neue Album, aus dem Max und seine Band den Song „Wir waren hier“ vorstellen. „Verrückt, was in ’n paar Jahren passiert ist“, heißt es dort. Stimmt. Da kann man schon mal ein bisschen heiser werden.

Nächster Giesinger-Auftritt in Hamburg: 19. Dezember, Mojo-Club.