Postrock mit Tortoise

Instrumentalorgie

Auf ihrem mittlerweile sechsten Album "Beacons Of Ancestorship" inszenieren die fünf Musiker diesmal einen kleinen Western. Verzieren ihre schleppernden Rhythmen mit mehr virtuos darüber schwelgenden Jazzgitarren als je zuvor.

Ihre Bewegungen mögen erst mal langsam sein, wie die von Landschildkröten, doch tragen sie mindestens genauso viel musikalische Weisheit in sich. Ende der 80er-Jahre formierten sich die Mitglieder von Tortoise ("Landschildkröte") zur ersten amtlichen Postrockband, vermählten allerlei krautiges Gedudel und minimalistisches Elektrogefrickel, ohne jedoch ihre Wurzeln im Punk und Indierock zu verraten.

Das klang für viele nach Rock mit den Mitteln des Jazz, nach Intellekt, nach einem Klang gewordenen Wim Wenders. Mit anderen Worten: anstrengend. Auf ihrem mittlerweile sechsten Album "Beacons Of Ancestorship" inszenieren die fünf Musiker diesmal einen kleinen Western. Verzieren ihre schleppernden Rhythmen mit mehr virtuos darüber schwelgenden Jazzgitarren als je zuvor. Am 16. August beschallt das Quintett, das eigentlich aus lauter Multiinstrumentalisten besteht, die Fabrik. Live erinnert vieles verdächtig an die psychedelischen Rockopern der späten 70er-Jahre. Aber Wiedersehen macht ja manchmal Freude.

Tortoise So 16.8., 21.00, Fabrik (S Altona), Barnerstraße 36, Karten zu 20,- im Vvk., 22,- an der Ak.; www.trts.com