Konzert-Kritik

Eisgekühlter Bommerlunder und heiße Bengalfackeln

Zwei Stunden Stadionatmosphäre: Die Toten Hosen lieferten am Sonntag in der Color-Line-Arena ein souveränes "Auswärtsspiel" ab.

Hamburg. Ein Meer von Fahnen, La-Ola-Wellen und Sprechchören: Nicht nur durch ihre Songs "Bayern" und "Auswärtsspiel" verwandelten die Toten Hosen die Color-Line-Arena am Sonntag in ein Fußballstadion. 90 Minuten gaben Campino, Kuddel, Andi, Breiti und Vom vor gut 10.000 Fans alles, um anschließend noch 30 Minuten Verlängerung und "You'll Never Walk Alone" hinzuzufügen. Einige Fans waren dabei sogar zu übermütig und zündeten bei "Auswärtsspiel" und "Pushed Again" mitten in der tobenden Menge bengalische Fackeln an - keine gute Idee in einer geschlossenen Halle.

Abgesehen vom albernen und riskanten Feuerzauber gab es aber keine Gründe, wie in jedem guten Stadion eine Meckerecke einzurichten. Die Setliste vom letzten Auftritt der Düsseldorfer im Winter wurde gehörig durcheinandergewirbelt und ergänzt, während Band und Publikum erneut kaum zu stoppen waren. "Strom", "Opel-Gang", "Wünsch Dir was", "Bonnie & Clyde", "Hier kommt Alex" oder "Schön sein" ließen keine Wünsche offen, höchstens bei der Unplugged-Einlage mit "Rockmusik", "Der letzte Kuss" und dem Clash-Cover "Guns Of Brixton" mag mancher zur Bar für einen eisgekühlten Bommerlunder oder zehn kleine Jägermeister geschielt haben.

So untermauerten die Hosen bis zur finalen Schnipsel-Fontäne wieder souverän ihren verdienten Ruf als einer der besten Live-Bands der deutschen Rockliga. Ein Spiel mit vorhersehbarem Ausgang. Und doch so schön wie ein WM-Titel... oder der Aufstieg von Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga.