New York. Vor allem mit Filmmusik für Kinderzeichentrickfilme wie „Toy Story“ oder „Monster AG“ ist Randy Newman weltweit berühmt geworden. Jetzt wird Newman 80 Jahre alt und würde eigentlich gerne wieder auf Tour gehen.

Eigentlich wollte Randy Newman in diesem Jahr endlich auf große Europa-Tournee gehen. Die Auftritte waren schon 2020 geplant gewesen, dann kam die Coronavirus-Pandemie dazwischen - und nun gesundheitliche Probleme. „In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass ich schrumpfe“, schrieb Newman, der am 28. November 80 Jahre alt wird, dazu auf seiner Webseite.

„Menschen, die ich immer überragt habe, haben jetzt auf einmal mich überragt. Es hat sich herausgestellt, dass mein Genick gebrochen war.“ Er sei erfolgreich operiert worden, aber die Tour musste erst von 2022 auf 2023 und dann noch einmal auf unbestimmte Zeit verschoben werden. „Ich vermisse es sehr aufzutreten und freue mich darauf, wenn ich es wieder kann.“

Oscars und Grammys für Filmmusik

Berühmt geworden ist der Liedermacher und Komponist vor allem mit Filmmusik. Kinderzeichentrickfilme wie „Toy Story“ oder „Monster AG“ haben Newman eine riesige Fangemeinde und zahlreiche Auszeichnungen eingebracht, darunter Oscars und Grammys. Die deutschen Versionen von Songs wie „Wenn ich Dich nicht hätte“ oder „Du hast'n Freund in mir“ sang Klaus Lage, selbst Randy-Newman-Fan. Auf Konzerten müsse er „You've Got a Friend in Me“ spielen, das gehe gar nicht anders, sagt Newman. „Ich würde es nie nicht spielen. Es bedeutet manchen Menschen zu viel.“

Geboren wurde Newman 1943 in Los Angeles in eine äußerst musikalische Familie hinein. Der Vater, eigentlich Arzt, spielte gelegentlich Klarinette in der Band von Benny Goodman, zwei seiner Onkel waren erfolgreiche Filmmusikkomponisten. Auch der kleine Randall Stuart lernte ein Instrument, das Klavier. Mit 15 schrieb er seinen ersten Song. Mit Anfang 30 war er ein erfolgreicher Musiker, der Platten aufnahm, in die Charts kam und dessen Musik nicht nur Filme untermalte, sondern zum Beispiel auch die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 - mit „I Love L. A.“.

Newman, der zum zweiten Mal verheiratet ist und fünf Kinder hat, spielt gerne mit Worten und packt Ironie, Hohn und Sarkasmus in seine Songs - etwa bei „It's Money That I Love“ oder „Short People“. Nicht immer wurde das richtig verstanden und brachte ihm auch viel Kritik ein.

Rente nicht in Sicht

Über die Jahre konnte Newman aber doch Fans und Kritiker für sich gewinnen - und bekam nach 16 Oscar-Nominierungen 2002 die erste Trophäe, zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten. Ob er denn nun bald in Rente gehen wolle, fragte ihn der „Guardian“. „Nein, das sehe ich nicht passieren. Ich habe mich mein ganzes Arbeitsleben über gefragt, warum Menschen im Showbusiness in Rente gehen und es ist eigentlich ganz einfach: Zuhause applaudiert niemand, also machen wir weiter.“

Zuletzt arbeitete er 2019 an den Filmmusiken von „Marriage Story“ und Toy Story 4 („A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“), 2017 kam sein bislang letztes Studioalbum „Dark Matter“ heraus.

Auch politisch zeigt sich Newman aktiv - und schrieb unter anderem einen Song für den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und einen Song gegen Kreml-Chef Wladimir Putin. Ein Lied über den ehemaligen US-Präsident Donald Trump war auch in der Mache, das Projekt ließ Newman dann aber doch lieber wieder in der Schublade verschwinden. „Er war einfach zu vulgär“, sagte der Liedermacher in einem Interview. „Es macht keinen Sinn, die allgemein vorherrschende Vulgarität noch weiter zu bedienen. Trump ist fast schon zu viel, ein zu einfaches Ziel.“