Interview

Otto: „Einige Nummern haben ihr Verfallsdatum hinter sich“

| Lesedauer: 3 Minuten
Volker Behrens
Waren schon damals Freunde und gehen jetzt wieder gemeinsam auf die Bühne: Otto Waalkes (rechts) und Hamburgs frischgebackener Ehrenbürger Udo Lindenberg auf einer Aufnahme von 1975.

Waren schon damals Freunde und gehen jetzt wieder gemeinsam auf die Bühne: Otto Waalkes (rechts) und Hamburgs frischgebackener Ehrenbürger Udo Lindenberg auf einer Aufnahme von 1975.

Foto: picture alliance / Keystone

50 Jahre nach dem ersten Auftritt gibt der Musiker und Komiker wieder ein prominent besetztes Jubiläumskonzert im Audimax der Universität.

Hamburg.  1972 – was für ein Jahr. Richard Nixon besuchte China im vergeblichen Versuch, der Watergate-Affäre zu entkommen. Der deutsche Bundeskanzler hieß Willy Brandt – und schraubte an seiner Ostpolitik. Im deutschen Fernsehen lief die erste Folge von „Musikladen“ und in Bundesbehörden wurde die Anrede „Fräulein“ verboten. Heinrich Böll gewann den Literaturnobelpreis. Und am 15. September wurde im Audimax der Hamburger Universität das Konzert eines aus Ostfriesland stammenden Komikers für eine Schallplatte aufgezeichnet.

50 Jahre später kommt Otto Waalkes zurück, um das mit ein paar Freunden in einem Jubiläumskonzert zu feiern. zu feiern. Udo Lindenberg, Inga Rumpf, Abi Wallenstein, Stefanie Hempel, Jan Delay, Annett Louisan und andere begleiten ihn. Das passende Motto für den Beatles-Fan Otto lautet: „Get Back to the Audimax“.

Der Täter kehrt an den Tatort zurück, heißt es im Krimi. Sind Sie ein Nostalgiker?

Eigentlich nicht. Ich habe so viele Tatorte hinter mir, da müsste ich ja ununterbrochen sentimental werden.

Waren Sie damals schon einmal vor einem größeren Publikum aufgetreten?

Ich bin schon als Drei- oder Vierjähriger im Kindergarten aufgetreten, als Schüler dann mit meiner Band „The Rustlers“. In Hamburg zunächst in kleineren Clubs wie Danny’s Pan.

Wie waren die Leute drauf? Mussten Sie sie erst einmal an Otto gewöhnen?

Es wird nicht unbedingt schwieriger, wenn ein Publikum zahlreicher ist. Die Chance, dass einige dich mögen, wächst ja. Und die reißen dann die anderen, die noch skeptisch sind, im Glücksfall mit.

Hatten Sie damals Lampenfieber, haben Sie es jetzt?

Lampenfieber habe ich immer – ein herrliches Gefühl!

Hat die Halle Ihnen Respekt eingeflößt? Im Audimax haben ja immerhin auch Pink Floyd, AC/DC und Tom Waits gespielt.

Aber nicht gleichzeitig mit mir. Respekt habe ich vor jedem Zuschauer.

Von Frank Zappa gibt es eine Reihe von Alben, die heißt „You Can’t Do That on Stage Anymore“. Gibt es so etwas bei Ihnen auch?

Das käme auf den Versuch an. Womöglich haben einige meiner alten Nummern ihr Verfallsdatum hinter sich – die Songs der Beatles sind aber zeitlos.

Das Konzert soll ja schon nach fünf Minuten ausverkauft gewesen sein. Wird es denn aufgezeichnet?

Ich hoffe, ja. Wer weiß, ob und wann wir noch einmal zusammenspielen.

Vor Kurzem ist Ihr Mit-Emdener Wolfgang Petersen gestorben. Haben Sie sich gekannt und, wenn ja: Wie gut sind Sie miteinander klargekommen?

Ostfriesen kommen natürlich gut miteinander klar. Das gilt auch für Wolfgang Petersen. Er hat mich sogar einmal eingeladen, auf der Premierenfeier zu einem seiner Filme Musik zu machen. Da durfte ich mit Dustin Hoffmann „Let’s have some fun tonight“ singen. Im Audimax werden wir hoffentlich auch Spaß haben.

„Get back to the Audimax“ mit Otto und Freunden, 15.9., 20 Uhr, Audimax, ausverkauft

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