Have We Met

Destroyer: Auf ewig Kultstar?

Dan Bejar gehört zu den besten Musikern der nordamerikanischen Alternative-Szene.

Dan Bejar gehört zu den besten Musikern der nordamerikanischen Alternative-Szene.

Foto: dpa

Destroyer, also Zerstörer, hat der kanadische Singer-Songwriter Dan Bejar sein Projekt für smarten Indiepop genannt. Auch mit Studioalbum Nummer zwölf dürfte er wieder viele Kenner und Kritiker begeistern.

Berlin. Über den Status des Kultstars wird Dan Bejar, der seit langem unter dem etwas irritierenden Projektnamen Destroyer starke Indie-Alben veröffentlicht, wohl nicht mehr hinauskommen. Daran dürfte auch "Have We Met" nichts ändern.

Vielleicht liegt es am lakonischen, irgendwie körperlosen (Sprech-)Gesang, mit dem der Kanadier seine schlauen Texte zu formidablen Softpop-Melodien deklamiert. Diese Stimme hat ihren ganz eigenen Reiz, ist aber weder falsett-jungenhaft noch bariton-männlich genug, um so richtig im Mainstream zu landen.

Auch "Have We Met" (ohne Fragezeichen - also wieder etwas rätselhaft), das Ende Januar via Dead Oceans/Merge/Cargo erschienene zwölfte Studioalbum von Destroyer, liefert zuhauf Argumente, warum dieser Musiker zu den besten der nordamerikanischen Alternative-Szene gehört. Diese Ansicht hat sich spätestens nach "Kaputt" (2011) durchgesetzt, mit dem Bejar eines der ersten Indie-Meisterwerke der Zehner-Dekade schuf.

Aus komplexen Keyboardsounds, wuchtigen Bässen und Drums sowie verschlungenen Gitarrenlinien entstehen etwa in "Crimson Tide", "The Raven" oder "Cue Synthesizer" wundersam spielerische und zugleich ambitionierte Klanggebilde. Destroyer - diesmal neben Bejar nur noch Nicolas Bragg und John Collins - machen es dem Hörer dabei nicht immer leicht. Ganz so süffig wie auf "Kaputt" sind die Songs diesmal nicht, aber definitiv zwingender als auf dem eher mediokren Vorgänger "Ken" (2017).

Nach dem Titelstück sowie "The Man In Black's Blues" und der herrlichen Ballade "Foolssong" am Schluss ist klar: Dan Bejars Zerstörer-Projekt ist eines der Geheimnisse, die man gern mit mehr Fans teilen würde. Das tut dem Charme dieser feinen neuen Platte jedoch keinen Abbruch.

Konzerte: 19.4. Zürich, 21.4. Nürnberg, 24.4. Berlin, 25.4. Leipzig, 2.5. Schorndorf