Jazzmusiker

Trauer um Roger Cicero: Sänger stirbt mit 45 Jahren

Roger Cicero starb bereits am Gründonnerstag

Roger Cicero starb bereits am Gründonnerstag

Foto: DeFodi / Imago

Fans und Promis schockiert. Empörung über geschmacklosen Twitter-Kommentar von Niels Ruf. NDR plant Roger-Cicero-Nacht.

Hamburg. Musikbranche und Fans stehen unter Schock: Der Jazz-Sänger Roger Cicero ist im Alter von 45 Jahren gestorben. Auf der offiziellen Facebookseite schrieb sein Management am Dienstagmorgen, Cicero sei vor einigen Tagen nach einem Hirninfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort habe sich sein Zustand rapide verschlechtert. Am Gründonnerstag ist Cicero im Kreise seiner Lieben in Hamburg gestorben, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

Für Empörung sorgte unterdessen Niels Ruf. Der Moderator twitterte wenige Stunden nach der Todesmeldung: "Zwei Roger Cicero-Ticktes zum halben Preis abzugeben" und musste sich prompt Geschmacklosigkeit vorwerfen lassen. Ruf reagierte gewohnt schlagfertig: "Der Tod sollte nicht als weiterer Grund für ein Lachverbot herhalten müssen." Er habe niemanden beleidigen wollen, mit Trauer gehe nur halt jeder anders um, so der 42-Jährige.

Sondersendungen in Fernsehen und Radio

Erst Ende Januar sagte Cicero der "Bild"-Zeitung, er hätte nach seinem Zusammenbruch fünf Wochen in einem Heidelberger Hotelzimmer verbracht. Nach der Diagnose eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung habe er nicht ins Krankenhaus gewollt, sagte Cicero damals. Noch vor wenigen Tagen hatte Cicero mehrere Live-Auftritte im Fernsehen, sein nächstes Konzert in Hamburg war für den 12. April geplant.

Der NDR plant nun eine Roger-Cicero-Nacht. Ab dem späten Sonnabend soll eine Folge aus der Talkshow "Inas Nacht" (2011) mit dem Musiker gezeigt werden. Zudem strahlt der Sender einen Konzert-Mitschnitt aus 2009 und "Roger Cicero singt mit Frank Sinatra" aus. Zwischen den Sendungen sollen Szenen aus alten Sendungen gezeigt werden. Unter anderem war der Wahl-Hamburger, der in Berlin geboren wurde, in der Sesamstraße aufgetreten. Die Radiosender NDR Info und NDR 90,3 wollen bereits am Dienstagabend ihr Programm aus dem traurigen Anlass ändern.

Wegen seines Erschöpfungssyndroms hatte Cicero im November seine Konzerttermine bis Ende 2015 abgesagt. Die ausverkaufte Tour sollte jetzt fortgesetzt werden. Erst kürzlich habe er noch Interviews gegeben, erklärte sein Management. „Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie.“ Cicero hinterlässt einen Sohn. Von der Mutter des Kindes hatte er sich 2013 getrennt.

Seine letzten großen Projekte waren jüngst „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ – mit beiden wurde er erneut für den Echo nominiert, der im April vergeben wird. „Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee im April gefreut“, hieß es.

Der Hut war Ciceros Markenzeichen

Der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero hatte seinen Durchbruch mit einer Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit frechen und amüsanten Texten, geschafft. Elegant mit Hut und Lackschuhen kam er mit seinen Big-Band-Musikern im Stil der großen Swing-Künstler auf die Bühne. Zu seinen Markenzeichen gehörte seit langem der obligatorische Hut.

Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) gesungen und mit „Frauen regier'n die Welt“ den 19. Platz belegt. Zu seinen Markenzeichen gehörte der obligatorische Hut. Die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte in Düsseldorf kürte ihn zum „Hutträger des Jahres 2015“.

In den sozialen Netzwerken nahmen zahlreiche Fans mit teilweise bewegenden Worten Abschied von der Musikgröße.

Diese Persönlichkeiten sind 2016 gestorben: