Eurovision Song Contest

Vorentscheid: Jamie-Lee Kriewitz führt deutsches ESC-Feld an

"Krasse Erfahrung": Jamie-Lee Kriewitz aus Hannover will für den ESC sogar die Schule unterbrechen

"Krasse Erfahrung": Jamie-Lee Kriewitz aus Hannover will für den ESC sogar die Schule unterbrechen

Foto: Imago/Star-Media

Siegerin von "The Voice of Germany" will Deutschland in Stockholm vertreten. Auch zwei Hamburger Acts kämpfen um das begehrte Ticket.

Berlin/Hamburg. Die Teilnehmerliste für den deutschen Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest" (ESC) steht fest. Angeführt wird das zehn Act starke Feld von der frisch gebackenen Siegerin der Castingshow "The Voice of Germany", Jamie-Lee Kriewitz, wie der ausrichtende Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Dienstag mitteilte. Die 17-jährige Schülerin aus der Nähe von Hannover hatte im Dezember 2015 die Show von ProSiebenSat.1-Show für sich entschieden. „Ich würde gerne Deutschland beim ESC vertreten“, sagte Kriewitz laut NDR. „Für mich persönlich wäre es eine krasse Erfahrung, an die ich vor einem Jahr nicht mal im Traum gedacht hätte.“

Für den ESC-Vorentscheid unterbricht Kriewitz sogar die Schule. „Ich mache jetzt eine schulische Pause und werde das 12. Schuljahr nachholen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf die Musik.“ Der Song Contest stehe nun im Mittelpunkt. Das Abitur mache sie dann 2017 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant. "Eine Manga-Voice aus Deutschland mit dem Support der Fanta4 im internationalen Wettbewerb - das wäre für mich der Hit", sagte Kriewitz. Die Rapper Smudo und Michi Beck von den "Fantastischen Vier" hatten die Sängerin zum Sieg bei "The Voice" gepusht.

Antreten wird die 17-Jährige mit ihrem "Voice"-Siegertitel "Ghost". Neben Kriewitz gehen am 25. Februar (20.15 Uhr) in der Liveshow unter dem Motto "Unser Lied für Stockholm“ gehen mit Gregorian und Joco auch zwei Hamburger Formationen an den Start. Der Chor Gregorian ("Masters Of Chant"), der einer Idee des Hamburger Musikproduzenten Frank Peterson entsprang, mischt gregorianische Musik mit moderner Unterhaltungsmusik. Peterson: "Weltweit hat die in Hamburg produzierte Formation bislang rund zehn Millionen Tonträger verkauft."

Auch zwei Hamburger Acts bei Vorentscheid

Die Hamburger Schwestern Cosima und Josepha von Joco wollen mit ihrem Indie-Poptiel "Full Moon" überzeugen. Das Duo, das in den Niederlanden Musik studiert hat, mixt seinen Sound aus Klavier, Gitarren, Drums und Gesang. Ihr im vergangenen Jahr erschienenes Debüt-Album "Horizon" wurde vom britischen Grammy-Gewinner Steve Orchard (U2, Coldplay, Paul McCartney, Björk) produziert. "Der ESC-Vorentscheid wird ein spannender Abend und wir freuen uns sehr, dabei zu sein", teilten die Schwestern mit: "Wir lieben es, die eigene Musik mit Leuten zu teilen."

Im Vorjahr hatte es beim ESC-Finale in Wien für Deutschlands Kandidatin Ann Sophie aus Hamburg null Punkte gegeben. Der Schwede Måns Zelmerlöw gewann den Wettbewerb. Deswegen ist der Austragungsort jetzt Stockholm. Mitte November hatte der NDR ohne Rücksprache mit den Zuschauern zunächst entschieden, dass der Popsänger Xavier Naidoo für Deutschland teilnehmen soll. Nach einer Protestwelle nahm der Sender die Entscheidung wenig später wieder zurück. Naidoo wird vorgeworfen, in Liedern gegen Juden und Homosexuelle zu hetzen. Auch ein Auftritt bei der Vereinigung „Reichsbürger“, die im Visier des Verfassungsschutzes steht, wird ihm zur Last gelegt.