"Die Eiche"

Dieser Kinofilm feiert Europas Natur in all ihren Farben

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Film, feiert die Natur für ihre Vielfalt – und das in allen Jahreszeiten.

Der Film, feiert die Natur für ihre Vielfalt – und das in allen Jahreszeiten.

Foto: X Verleih / X VERLEIH

"Die Eiche" zeigt die Schönheit der Natur. Die Bilder sprechen für sich. Im Abspann stehen auch Stieleiche und Co als Darsteller.

Die Kamera fliegt über Baumkronen hinweg, gleitet dann gen Boden. Geigen jubeln, ein Specht hämmert, eine Eichel schiebt sich in den Vordergrund. Kann man eine gut 210 Jahre alte Titelfigur besser einführen?

„Die Eiche“ steht nämlich im Zentrum des gleichnamigen Dokumentarfilms von Michel Seydoux und Laurent Charbonnier und befindet sich an einem idyllischen See in Frankreich. Reihern und Rehen, Wildschweinen und Schwänen bietet dieser Labung und Erholung, während am feuerroten Himmel Kraniche ziehen.

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Ja, idyllisch sind diese 80 Minuten, weil sie komplett ohne Kommentar auskommen und die Schönheit der Natur feiern – und diese nicht an exotischem Ort, sondern mitten in Europa findet. Kinogerecht wird das Ganze, weil die beiden Regisseure kleine Dramen groß erzählen. Ein Habicht verfolgt einen Eichelhäher zu dramatischer Musik. Nach erfolgreicher Flucht kriegt er zu Hause ein Bussi. Eine Schlange bedroht zu düsteren Klängen ein Vogelnest, bricht aber vom Ast hinab ins Wasser. Ein Gewitter lässt die Gänge unterhalb der Eiche volllaufen, sodass eine Waldmausfamilie um ihr Leben fürchten muss. Ein Rüsselkäfer saugt an der Hülle einer Eichel und wird von einem Männchen begattet, während Dean Martin dazu aus dem Off schmachtet.

Stoffe für einen Katastrophen- oder einen Liebesfilm finden sich reichlich um diese mächtige Eiche, die Eichhörnchen und Blaumeisen, Rotkehlchen und Schleiereulen Schutz und Schatten bietet.

Auch im Abspann werden die Bäume als Darsteller genannt

Ohne seine tierischen Helden zu vermenschlichen, feiert der Film ein Hochamt der Natur durch alle vier Jahreszeiten, dezent begleitet von Arien und Chansons, Geigenklängen und Blätterrauschen. Dass dabei kein Tier stirbt, wie es der Naturkreislauf ja vorsieht, mag ein etwas zu großes Zugeständnis an das junge Publikum sein. Dafür werden im Abspann alle Darsteller vorgestellt. Im Mittelpunkt: die Stieleiche, Quercus robur, um 1810 gekeimt. Eine würdige Besetzung.

„Die Eiche – Mein Zuhause“ 80 Min., o. A., im Abaton, Schanzenkino 73, Koralle, Zeise

( eve )

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