Theater Hamburg

Auf den Spuren der Beatles im St. Pauli Theater

| Lesedauer: 3 Minuten
„All You need Is Love“: Die Showband Twist And Shout.

„All You need Is Love“: Die Showband Twist And Shout.

Foto: DIETMAR BRAMSEL

Das Fab-Four-Musical „All You Need Is Love“ ist zurück: Die Coverband Twist And Shout nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise.

Hamburg. Wenn eine Band es geschafft hat, länger als die Beatles zu existieren, sprich etwa zehn Jahre, ist das schon eine Menge wert. Da können Howard Arthur, John Brosnan und Carmine Francis Grippo stolz auf sich sein. Seit nunmehr 22 Jahren stehen sie als Beatles-Coverband Twist And Shout im Mittelpunkt der Musical-Revue „All You Need Is Love“ auf der Bühne und verkörpern John Lennon, George Harrison und Ringo Starr – und seinen Vorgänger Pete Best. Alan LeBoef stieß im Laufe der Jahre als Paul McCartney dazu.

Und die Beatles kommen, obwohl 1970 aufgelöst, immer irgendwie wieder, so auch „All You Need Is Love“. 2000 auf der Seebühne am Chiemsee uraufgeführt, feierte das Stück im März 2001 seine Hamburg-Premiere im St. Pauli Theater und ist nun dorthin zurückgekehrt. Natürlich wäre das Indra, wo die Beatles 1960 ihre Hamburg-Phase einläuteten, historisch passender, aber dort spielten die vier immerhin vor ein paar Wochen ein kleines Showcase.

Theater Hamburg: Jeder Song eine Revolution

Geändert hat sich an „All You Need Is Love“ seit 2001 wenig. Es beginnt immer noch beim Ende der Beatles mit „Come Together“, „Get Back“ und „The End“, um dann in das Jahr 1960 zu reisen. Im Kaiserkeller wird die Nacht zu Tag mit „Kansas City“ und „Roll Over Beethoven“, die Beatles lernen Rock’n’Roll-Sänger Tony Sheridan und Produzent Bert Kaempfert kennen und nehmen die Single „My Bonnie“ auf: Der Schlüssel zum zukünftigen Manager Brian Epstein, zum Plattenvertrag mit EMI und zur ersten Beatles-Single „Love Me Do“.

Mit „Please Please Me“, „She Loves You“ und „I Want To Hold Your Hand“ wird weltweit die Beatlemania entfesselt. Von der haben die Fab Four 1966 die Nase voll und werden zur kreativen Überfliegern im Studio. „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“, „A Day In The Life“, „Hey Jude“: Jedes Album, jeder Song ist eine „Revolution“.

Theater Hamburg: „Let It Be“ als Zugabe

Die Band Twist And Shout übernimmt den konzertanten Teil der Show, die Musical-Abteilung bespielen Nicolai Tegeler als Road Manager und Erzähler Neil Aspinall, Iain Duncan als Tony Sheridan und Brian Epstein sowie Tobias Ziebold als Stuart Sutcliffe, Bert Kaempfert und George Martin. Auf der Leinwand werden Filmausschnitte aus der jeweiligen Beatles-Ära gezeigt.

Deutlich zu merken ist, dass Howard Arthur, John Brosnan, Carmine Francis Grippo und Alan LeBoef schon einige Jahre das „Ticket To Ride“ gelöst haben, so wild wie die Beatles einst im Star-Club sind sie nicht mehr. Auch die Umsetzung der ambitionierten Songs der Spätphase fordert die Band. Aber das Publikum ist begeistert bei der Reise von Hit zu Hit bis zum finalen Chor bei „Hey Jude“. So gibt es nach zwei Stunden noch „Day Tripper“, „Twist And Shout“ und „Let It Be“ als Zugaben. Die echten Beatles spielten bei ihrem letzten Hamburg-Abstecher 1966 nur eine halbe Stunde.

All You Need Is Love bis 29.6. und 5.7. bis 31.7., Di-Fr, So 19.30, Sa 17.00, 21.00, St. Pauli Theater (S Reeperbahn), Spielbudenplatz 29/30; Karten ab 36,90 unter T. 47 11 06 66; www.st-pauli-theater.de

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Kritiken