Kino

RP Kahls neuer Film: Tötet der Kommunismus den Sex?

In „Als Susan Sontag im Publikum saß“ wirkt RP Kahl als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller mit.

In „Als Susan Sontag im Publikum saß“ wirkt RP Kahl als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller mit.

„Als Susan Sontag im Publikum saß“: Als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller geht RP Kahl die Geschlechterdebatte ironisch an.

Hamburg. Ein intellektueller Spaß: Vier Frauen und ein Mann stellen im Ballhaus Ost die legendäre Panel-Diskussion „A Dialogue on Women’s Liberation“ nach, die vor 50 Jahren in New York weibliche Geistesgrößen wie Autorin Germaine Greer (Saralisa Volm), LGBT-Aktivistin Jill Johnston (Luise Helm) oder Literaturkritikerin Diana Trilling (Heike-Melba Fendel) um Schriftsteller Norman Mailer (RP Kahl) versammelte. Und im Publikum? Die Ostküsten-Elite.

„Als Susan Sontag im Publikum saß“ klingt dabei viel dröger, als es ist, und das liegt am Konzept von Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller RP Kahl, der die damals sicherlich todernste Debatte um den Kampf der Geschlechter stets ironisch aufbricht.

Kino: Zwischen Diskrepanzen und Diskussionen

Es gibt optische Farb- und Perspektivwechsel; schnitttechnisch sind wir mal auf der Bühne und mal in der Garderobe; und inhaltlich sind die Mitwirkenden mal in ihrer historischen Rolle, mal fallen sie aus ihr heraus. Das schafft hübsche Diskrepanzen, wenn etwa Céline Yildirim in der Rolle der Aktivistin Jacqueline Ceballos ein „Pflichtenheft für die Ehe“ fordert, sich aber als Frau in feministischer Umgebung einfach „unwohl“ fühlt.

Es gibt viele Diskrepanzen und Diskussionen an dem Abend. Aber die Darsteller sind mit so viel Streit- und Spiellust dabei, dass es Spaß macht, wenn es etwa um den Orgasmus von Raumpflegerinnen geht oder die Frage, ob Kommunismus den Sex tötet.

„Als Susan Sontag im Publikum saß“ 86 Minuten, o. A., läuft im Koralle, Zeise

( eve )

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