Hamburg. Der Pianist gab Beethovens Variationen eines Walzers zum Besten – in Kombination mit zeitgenössischen Reaktionen darauf.

Mächtig meta, dieser Abend. Zunächst, als Keimzelle des Ganzen, ein kurzer, schlichter C-Dur-Walzer, der größte Hit des Wiener Kleinmeisters Anton Diabelli, etwa 200 Jahre alt und zackig in die Tasten geworfen, mit einer amüsanten Prise Jerry Lee Lewis in der satt zupackenden Linken. Dann elf zeitgenössische Reaktionen auf diese Steilvorlage, die der Solist dieses Konzerts zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 in Auftrag gegeben hatte. Danach acht vor allem virtuose Diabelli-Verarbeitungen von Kollegen Beethovens, die 1824, mit 42 anderen, in einem All-Star-Sammelband zum „Vaterländischen Kunstverein“ gebündelt worden waren.