Kultur Hamburg

Lichthof Theater: Sehenswerte Performance zu Volkstänzen

Eine Szene aus „Folkstrance“ im  Lichthof-Theater

Eine Szene aus „Folkstrance“ im Lichthof-Theater

Foto: Helena Robles

Für ihre neue Produktion hat die Hamburger Choreographin Véronique Langlott Youtube-Videos analysiert.

Hamburg. Die Musikerin Iryna Lazer (Kollektiv Mavka) tritt an ihre Gerätschaften, stimmt eine Volksliedmelodie an, schnipst mit dem Finger, klatscht in die Hände und loopt das Ganze zu einem vollen, chorischen, um Trance- und Technorhythmen erweiterten Klang. In ausladenden Schritten beginnen die drei Tänzerinnen in Silberanzügen mit Flechtfrisuren zu zweit, alleine, vorwärts, rückwärts den Raum abzuschreiten. Später kommen Ausfallschritte hinzu, große Gesten, Sprünge, Kreisfiguren, fließende zeitgenössische Bewegungen. Figuren, die an verfremdete Volkstänze erinnern.

Die Hamburger Choreographin Véronique Langlott hat sich in ihren bisherigen Arbeiten als konzeptstarke Meisterin digitaler Techniken erwiesen. Für ihre neue Produktion „Folkstrance“, die nun die Spielzeit im Lichthof Theater eröffnete, hat sie im Rahmen einer Residenz in Kiew die meistgeklickten Youtube-Videos niederdeutscher und zentral-ukrainischer Tänze analysiert, Schritte isoliert und collagiert.

Exzellent performte Musik

In der Präsentation entsteht daraus etwas bezwingend Eigenständiges. Die drei Tänzerinnen, Véronique Langlott selbst, Yuliia Lukianets und Viktoria Donets, formen in exaktem Zusammenspiel eine sehr kraftvolle, originelle Choreographie mit dramaturgisch geschickten Stimmungswechseln. Im Zusammenspiel mit der exzellent performten Musik hebt der Abend die Volkstanz-Bewegungen aus dem Kontext des Nationalen heraus und verbindet sie zu einem globalen Hybrid-Ausdruck.

Eine sehenswerte Feier des Transnationalen, die hoffentlich noch einmal zur Aufführung kommt.

Weitere Infos zum Lichthof-Programm unter lichthof-theater.de

( asti )

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