Jazz trifft auf Poesie

Ein Zauberwald mitten in der HafenCity

Jacques Palminger

Jacques Palminger

Foto: Dirk Bogdanski

Am Mittwochabend verwandelte sich ein Sonnendeck im Oberhafen für knappe drei Stunden in einen magischen Ort.

Hamburg. Der Titel „Im Zauberwald“ verspricht nicht zu viel: Tatsächlich verwandelt sich am Mittwochabend ein Sonnendeck im Oberhafen für knappe drei Stunden in einen magischen Ort, an dem Jazz auf Poesie trifft – als Teil der Veranstaltungsreihe „Hans Resonanz“, einer Kooperation zwischen dem Ensemble Resonanz und der Hanseatischen Materialverwaltung.

Trotz leichten Nieselregens ist die Stimmung von Anfang an bestens und die kultige Einrichtung – alte Sofas und unzählbar viele Lichterketten – schafft eine fast schon familiäre Wohnzimmerstimmung. Und weil man sich in diesem Ambiente so wohl fühlKritKLzn halb so schlimm.

Mischung aus Stand-Up-Comedy und Magieshow von Manuel Muerte

Aber bevor der musikalische Teil des Abends startet, zeigt zunächst der Zauberer Manuel Muerte mit einer Mischung aus Stand-Up-Comedy und Magieshow sein Können. Seine leicht chaotische Art sorgt dabei für mehr Lacher als die Zauberstücke selbst, die von Kartentricks bis zur Telekinese à la Uri Geller reichen.

Als endlich ein paar wärmende Sonnenstrahlen ihren Weg durch die dunklen Regenwolken finden, beginnt das Konzert von Jacques Palminger und dem 440Hz Trio. „Märchenjazz“ nennt die Gruppe das extra für diesen Auftritt erfundene Genre, eine Kombination aus Sprechgesang und Jazzmusik. Titel wie „Mein Schiff“, „Stadtpark“ und „Ewigkeit“ überzeugen mit ihren leicht abstrusen, humorvollen Texten und zaubern den Besuchern ein Lächeln auf die Gesichter.

Als der Song „Spanky“ erklingt, macht sich sogar Tanzlaune breit. Palminger, bekannt geworden durch das Hamburger Trio Studio Braun (mit Heinz Strunk und Rocko Schamoni) und die Film-Band Fraktus, findet: „Jedes Wort ist Poesie und jeder Ton ist Jazz.“

An diesem gelungenen Abend stimmt das auf jeden Fall.

( hpaw )

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