Theater

Revue im First Stage: Wo Altona fast wie Las Vegas ist

Das Publikum sieht rot: „Man With The Bag“ heißt diese Nummer der Weihnachtsshow, in der Jenny Häuser im Blickpunkt steht.

Das Publikum sieht rot: „Man With The Bag“ heißt diese Nummer der Weihnachtsshow, in der Jenny Häuser im Blickpunkt steht.

Foto: Dennis Mundkowski

„Die große Weihnachtsshow“ im First Stage Theater bietet mit fast 50 Mitwirkenden und Liveband bis 27.12. beste Unterhaltung.

Hamburg. Marketing-Sprüche zu kreieren ist das eine, sie mit Leben zu füllen das andere. „Es ist nie zu früh, an Weihnachten zu denken!“, sagt sich und anderen seit drei Jahren Thomas Gehle. Im Frühjahr 2016 hatte der geschäftsführende Gesellschafter der Stage School Hamburg, die nichts mit dem Musical-Riesen Stage Entertainment (u. a. „König der Löwen“, „Pretty Woman“) zu tun hat, das First Stage Theater in Altona-Altstadt eröffnet. Die damaligen Schüler der Stage School, Deutschlands ältester Fachschule für Bühnendarsteller, drängten Gehle, eine Weihnachtsrevue zu veranstalten – mit ihren während der dreijährigen Ausbildung einstudierten Lieblingsnummern zum frohen Fest.

Die Revue: 30 Nummern und eine schön-ironische Story

Im vierten Jahr wird „Die große Weihnachtsshow“ ihrem Titel schon vor der Adventszeit gerecht. Nicht nur, weil fast 50 Darsteller ihr Können in Tanz, Gesang und Schauspiel an sechs Abenden pro Woche zeigen. Dennis Schulze, früher Produktionsleiter, nun mit Choreograf Adam M. Cooper in der Regie-Verantwortung, hat rund um die Revue mit 30 vielfältigen Nummern eine schön- ironische Story geschrieben. „An einem langen Wochenende im Spätsommer mit ganz viel Kaffee und Ruhe“, so Schulze.

Das Geschehen kreist um ein Ensemble, das kurz vor der Premiere einer Weihnachtsshow steht. Bei der Probe knallt der weibliche Star gegen einen Tannenbaum und weiß nicht mehr, was Weihnachten ist. Mit Alexandra Nikolina („Carrie“, „Fame“) und Michaela Thurner („Fame“) als Assistentin spielen zwei Absolventinnen der Stage School, die bereits als Hauptdarstellerinnen in First-Stage-Produktionen überzeugt haben; dazu kommen vier weitere Ehemalige.

Die Nummer „Secret Angels“ verbreitet Las-Vegas-Flair

Das Gros der Show-Truppe bilden indes die Bühnen-Azubis. Manche bringen mit Cheerleading oder Stock-Artistik neue Akrobatik-Elemente in die Show. Und wenn zur „Weihnachtszeit“ – der Titel jener Nummer – 44 Füße auf der Bühne steppen, ist das alles andere als besinnlich. Die Nummer „Secret Angels“ mit Tänzerinnen in weißen, engelsgleichen Kostümen zum Ende des ersten Akts verbreitet sogar Las-Vegas-Flair. Eine üppige weihnachtliche Ausstattung (auch im Foyer), tolle Lichteffekte und eine vierköpfige Band um Christian Feltkamp (früher „König der Löwen“) – mehr geht in dem 279-Plätze-Theater kaum.

Die Vorjahres-Auslastung: 98 Prozent

„Wir haben auch noch ein paar Insider-Gags für unser Stammpublikum eingebaut“, sagt Schulze. Weil jenes stetig wächst – im Vorjahr lag die Auslastung bei 98 Prozent – , wurde „Die große Weihnachtsshow“ bereits bis 27.12. verlängert. Ovationen der Besucher aus drei Generationen erntet das Ensemble für die rasante Revue fast jeden Abend.

Wer also meint, in Deutschland, speziell in der Musical-Metropole Hamburg, werde nicht (gut) genug ausgebildet – hier zeigt sich das Gegenteil. Es ist nie zu früh, sich davon zu überzeugen.

„Die große Weihnachtsshow“ bis 27.12., täglich 19.30 (außer Mi), extra: Mi 25.12., 18.30. Sa/So + Do 26.12., 14.30 + 18.30, First Stage (Bus 37, 112), Thedestr. 15, Karten ab 39,-; www.firststagehamburg.de