Debüt-Album

Kate Louisa – eine neue Pop-Hoffnung aus Hamburg

Kate Louisa wollte schon mit drei Jahren Sängerin werden

Kate Louisa wollte schon mit drei Jahren Sängerin werden

Foto: David Goetz

Die Sängerin hat mit „Schwerer Rucksack“ starke Songs veröffentlicht, in denen sie auch dunkle Kapitel ihres Lebens verarbeitet.

Hamburg. „Es fühlt sich gut an, mutig zu sein“, singt Kate Louisa. Und genau das ist es, was die junge Hamburger Popsängerin derzeit tut: hinausgehen, Sprünge wagen, sich zeigen. An ihrer unmittelbar ansteckenden Energie und ihren eingängigen wie tiefgründigen Popsongs kommt im Norden in den kommenden Monaten so schnell niemand vorbei. Allein in Hamburg tritt sie mit ihrer Band in diesem Jahr noch rund ein Dutzend Mal auf, etwa beim Eppendorfer Landstraßenfest, beim Festival Sommer in Altona, beim Rockspektakel auf dem Rathausmarkt oder im Ku­kuun auf St. Pauli. Alles Chancen, eine Popkünstlerin kennenzulernen, die ihr Publikum unterhält, aber keineswegs unterfordert.

In den Songs ihres Mini-Albums „Schwerer Rucksack“ singt sie über den frühen Tod ihres Bruders, die Trennung ihrer Eltern sowie eigene Scham und Schuldgefühle. Eine ernste Poesie, die Kate Louisa mit ihrer Band in aufbauende Popmusik fließen lässt. Denn die Reise der Sängerin ist eine optimistische: Ihre ganz eigenen Themen so beherzt und wahrhaftig verhandeln zu können, ist für die charismatische Musikerin ein Befreiungsschlag.

Kate Louisa sang auch schon am St. Pauli Theater

„Ich komme aus einer Familie voller Steuerberater und Juristen, habe aber schon früh gespürt, dass in mir eine Künstlerseele wohnt“, sagt Kate Louisa. Als Dreijährige sprang sie bei einem Familienfest auf den Stuhl, fing an zu singen und wusste: Das ist es. In einem Haushalt aufzuwachsen, in dem Gesetze und Zahlen Priorität hatten, habe sie stark geprägt, erzählt sie. „Oft stand mir mein Kopf im Weg, um mich voll und ganz ins Rampenlicht zu trauen.“ Doch letztlich siegte immer wieder der Drang zur Kunst.

Von klassischem Gesangsunterricht als Teenager ging es 2010 in den renommierten Popkurs an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. „Da wurde ich das erste Mal ins kalte Wasser geworfen – das kann ich nur empfehlen.“ Noch fehlte aber das letzte Quäntchen Selbstbewusstsein, solo durchzustarten. Kate Louisa arbeitete in zahlreichen Projekten, sang in Franz Wittenbrinks „Café Amazonien“ am St. Pauli Theater, schrieb in Songwritercamps, kooperierte mit verschiedenen Produzenten, hatte Gespräche mit großen Plattenfirmen.

Mit dunkler Powerballade singst sich Kate Louise frei

„Doch es blieb dieses nagende Gefühl: Das bin nicht ich“, erinnert sich die Sängerin. Daher löste sie alle Bande, lüftete Hirn und Herz durch, bis ein neuer Song in ihr aufstieg, zu Hause am Piano: „Everybody’s Darling“. In dieser dunklen Powerballade singt sie sich frei von dem Muster, möglichst gefällig zu funktionieren, um geliebt zu werden. Seitdem regelt Kate Louisa sehr viel in ihrem eigenen Sinn, in ihrem individuellen Rhythmus. Sie hat eine Band gefunden mit Emil Bisping am Schlagzeug, Malte Lehnung an der Gitarre sowie Bassist Jo Varain, einem alten Schulfreund, mit dem Kate Louisa auch ihre aktuellen Lieder produziert.

Die positive Resonanz zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg zu sein scheint. So setzte sich Kate Louisa gegen 350 Bewerberinnen durch, um jüngst auf dem renommierten W-Festival in Frankfurt gemeinsam mit Stars wie Bonnie Tyler und Alice Merton aufzutreten. Besonders gerne spielt sie jedoch in ihrer Heimatstadt Hamburg, der sie mit „Tor zur Welt“ einen eigenen Song gewidmet hat. Eine Nummer, die so windumtost ist wie die Stadt selbst. Und wie Kate Louisa. Erlebenswert, gerade weil nicht immer die Sonne scheint.

Konzerte:

  • 22.6. Eppendorfer Landstraßenfest
  • 6.8. Sommer in Altona
  • 31.8. Volksdorfer Stadtfest 22.9. Rockspektakel
  • 16.10. Kukuun
  • 6.12. Santa Pauli

www.katelouisamusik.de