Berlin. In Disneys animiertem Musical-Film „Wish“ wird es abenteuerlich. Der Unterhaltungsgigant feiert damit auch sein 100. Jubiläum. Und zeigt, wie wichtig es sein kann, für seine Wünsche einzustehen.

Eigentlich klingt es sehr bequem: Im Königreich Rosas erfüllt ein Zauberer seinen Bewohnern ihre größten Wünsche. Sie müssen sich also um nichts Weiteres kümmern und alles wird gut. Oder etwa doch nicht? Denn der König handelt nicht ganz uneigennützig, wie Asha im neuen animierten Musicalfilm „Wish“ von Disney schnell merkt - und mithilfe eines kleinen Sterns und einer sprechenden Babyziege namens Valentino die Gemeinschaft retten muss.

Der Regisseur und Oscar-Preisträger Chris Buck, der schon für den Kassenschlager „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ (Original: „Frozen“) verantwortlich war, spielt in „Wish“ mit der Kraft der Wünsche. Und zeigt wie wichtig es ist, für diese einzustehen. Dabei wirken die Figuren ein wenig so, als seien sie mit Wasserfarbe auf Papier gemalt worden und aus einem Märchenbuch gefallen.

Neben diesem bezaubernden Bilderbuchstil könnte der Soundtrack mit Liedern wie „This Wish“ für den nächsten Ohrwurm sorgen - obwohl sie zugegebenermaßen nicht ganz mit den „Frozen“-Hits mithalten können. In der deutschen Version ist Helene Fischer mit dem Lied „Weil der Wunsch es wert ist“ zu hören. Für Disney-Fans hält der Film außerdem einige - mal mehr, mal weniger - versteckte Hinweise auf alte Klassiker des Unterhaltungsgiganten bereit, der in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert.

Magnifico im „Königreich der Wünsche“

„Wish“ stellt eine große Grundfrage, die auch zur Weihnachtszeit passt: Was bedeutet es eigentlich, sich etwas zu wünschen? Dabei gibt er Zuschauern eine Botschaft mit auf den Weg: dass Wünsche und Lebensträume einen Menschen ausmachen und es sich lohnt, für sie einzustehen. Und dass man versuchen sollte, sie sich stets vor Augen zu führen und selbst zu verwirklichen.

Doch von vorn: Der Zauberer Magnifico herrscht über Rosas, auch als „Königreich der Wünsche“ bekannt, deren Bewohner auf den ersten Blick gelassen durch den Tag gehen. Denn jeder von ihnen hat einen Herzenswunsch, den sie ihrem König anvertrauen und dann vergessen. Magnifico hortet sie in schwebenden Kügelchen in einem Turm und verspricht wohlwollend, diese in Zeremonien wahr werden zu lassen.

Einige warten schon fast ihr ganzes Leben lang darauf, wie zum Beispiel Ashas Großvater, der 100 Jahre alt wird. Auf den zweiten Blick scheint den Bewohnern immer etwas zu fehlen, um sich wirklich vollkommen zu fühlen. Wie auch, wenn sie ihren größten Traum nicht kennen, der sie glücklich machen könnte?

Die 17-jährige Asha trifft den Zauberer und merkt, dass er sein Versprechen nicht ernst meint - denn er möchte bloß Träume erfüllen, die ihm und seinem Königreich nicht gefährlich werden.

Filmseite

Als Asha die Entscheidung trifft, sich Magnifico entgegenzustellen und einen Wunsch äußert, begegnet sie einem vom Himmel gefallenen Stern. Durch seine Magie fangen Tiere im Wald und ihre kleine Ziege Valentino zum Beispiel an, zu sprechen. Mithilfe des Sterns, der ein bisschen an Fee Tinkerbell aus Peter Pan erinnert, will Asha die Wünsche der Bewohner retten. Dabei ist sie auch auf die Hilfe von ihren Freunden angewiesen.

„Wish“ zeigt auch gut, wie problematisch willkürliche Alleinherrscher sein können, die an ihrer Macht hängen und vermeintlich wissen, was gut oder schlecht für die Bevölkerung ist. Magnifico gibt den Bewohnern eine Illusion von Hoffnung, doch es sind nur Wünsche erlaubt, die sich in für ihn sicheren Grenzen bewegen. Das könnte man auch als Kritik an manch autokratischen Systemen verstehen.

Und auch, wenn das Ende wie so oft bei Disney-Filmen nur wenig überraschend kommt, fällt es leicht, in die bunte Welt von Rosas einzutauchen. Dazu kommt das Filmabenteuer mit einigen lustigen Szenen daher - etwa, wenn Valentino ein großes Hühner-Orchester dirigiert. Für Familien und Disney-Fans ein schöner Film für die (Vor-)Weihnachtszeit.

- Wish, USA 2023, 95 Minuten, FSK ab 0, von Chris Buck.