Erotikfilm

Kirchenvertreter fordern Verbot von „Fifty Shades of Grey“

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Foto: AP

Die Verfilmung des SM-Bestsellers sei frauenverachtend und verherrliche Gewalt, urteilen Bischöfe in den USA. Dort läuft der Vorverkauf an den Kinokassen allerdings blendend. Auch auf der Berlinale ist der Rummel groß.

Großer Medienrummel rund um die Weltpremiere in Berlin, geplante Proteste gegen die Vorführung in den USA: Die SM-Softpornoverfilmung "Fifty Shades of Grey" zieht dieser Tage maximale Aufmerksamkeit auf sich.

Mit der Premiere des umstrittenen Films ist der Berlinale ein wahrer Coup gelungen – der doch nach hinten losging. Das Ereignis zog ein Maximum der medialen Aufmerksam auf sich. Und das, obwohl der Film schon im Vorhinein allenfalls als Phänomen und nicht als Kunstwerk von Interesse galt.

Der entstandene Rummel nahm der Berlinale für einen Tag den Atem – um danach ein regelrechtes Vakuum zu hinterlassen. Wer interessiert sich noch für Arthouse-Kino, wenn über keinen Film mehr diskutiert wird als über "Fifty Shades of Grey"?

„Fifty Shades of Grey“-Star posiert splitternackt

Hauptdarsteller Jamie Dornan und Dakota Johnson hatten sich am Mittwochabend unter "Jamie, Jamie, Jamie!"-Rufen am Roten Teppich vor dem Berliner Zoo-Palast die Ehre gegeben.

Von vielen – vor allem weiblichen – Fans wurde der Erotikfilm nach einer Romanvorlage der Londoner Autorin E.L. James mit Spannung erwartet. Entsprechend groß war der Andrang vor dem Zoo-Palast.

"Es ist eine unglaubliche Liebesgeschichte"

In dem Streifen geht es um eine Studentin, die eine sadomasochistische Beziehung zu einem jungen Milliardär eingeht. Der Kultroman schildert dabei auch sexuelle Praktiken wie Bondage und Sadomasochismus. Die beiden Hauptdarsteller sehen ihren Film vor allem als eine Liebes-Story.

"Man kann nicht drei ganze Bücher allein auf dem Thema SM-Sex aufbauen", sagte Dornan, der den jungen Milliardär Christian Grey spielt. "Es muss einen roten Faden geben, und das ist eine Liebesgeschichte, mit den beiden Figuren, die eigentlich ziemlich klassisch dargestellt werden."

Auch Dakota Johnson betonte den romantischen Aspekt des Erotikfilms: "Es ist eine unglaubliche Liebesgeschichte, in Verbindung mit einem interessanten Inhalt. Sie ist anders und aufregend, und ich glaube, das ist das, was die Leute mögen."

Verbotsforderungen in den USA

In den USA sorgt der Film dennoch bereits für hitzige Debatten. Dort haben christliche Gruppen und Organisationen gegen sexuelle Gewalt zum Boykott des Erotik-Films aufgerufen. Grund: "Fifty Shads of Grey" sei frauenverachtend und verherrliche sexuelle Gewalt.

Eine Online-Kampagne fordert Kinogeher auf, das Geld für Karten und Popcorn lieber an Frauenhäuser zu spenden. Katholische Bischöfe sehen "Fifty Shades" als Negativbeispiel für jede Ehe.

"Fifty Shades" verherrliche und romantisiere Gewalt gegen Frauen, sagte Amanda Smith, Sprecherin des Nationalen Zentrums über Sexuelle Ausbeutung.

In den US-Kinos läuft die Verfilmung der Bestseller-Trilogie von E.L. James am Freitagabend an. Und der Vorverkauf läuft blendend, Hunderte Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

Autorin James sagt, bei "Fifty Shades" gehe es nicht um Missbrauch. "Wer als Frau möchte denn über Missbrauch lesen?....Häusliche Gewalt und Vergewaltigung sind inakzeptabel. Das ist ganz klar. Alles, was in diesem Buch geschieht, ist sicher und passiert in beidseitigem Einverständnis."

Mi, 11.02.2015, 12.58 Uhr

Die Wartezeit hat bald ein Ende: Diese Woche läuft die Verfilmung des Bestsellers „Fifty Shades of Grey“ in den Kinos an - und Baumarktketten müssen sich wohl auf einen Kundenansturm vorbereiten.

© Universal Pictures

( (ap/afp/epd) )

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