Kinostart am 11. Juli

Überzeugende Perspektive: Die kleine Maisie weiß alles

Das Familiendrama „Das Glück der großen Dinge“ mit Juliane Moore in einer der Hauptrollen erzählt eine Trennungsgeschichte in der Upperclass von New York.

Susanna hat ihre beste Zeit als Rocksängerin gehabt. Sie greift nach jedem Strohhalm, um ihrer Karriere einen neuen Schub zu geben. Ihr Mann Beale, ein Kunsthändler, verlegt seine Geschäfte von New York nach London. Die Ehe besteht nur noch auf dem Papier, jeder könnte seiner Wege gehen, wenn da nicht Maisie, die sechsjährige Tochter wäre. Und so wird sie zum Zankapfel des Paares, Eifersüchteleien und gegenseitige Verletzungen werden auf dem Rücken des Kindes ausgetragen. Elterliche Zuneigung zeigt sich in zu großen und zu vielen Geschenken, wirkliche Liebe erfährt das Mädchen nicht mehr, weil Vater und Mutter zu sehr mit sich selbst zu tun haben.

„Das Glück der großen Dinge“ (Originaltitel: „What Maisie Knew“) beschreibt eine Familiengeschichte in der Upperclass von New York. Ursprünglich spielte die Geschichte, die auf einem Roman von Henry James basiert, im 19. Jahrhundert, die Regisseure Scott McGehee und David Siegel („The Deep End“) haben sie in die Gegenwart verlegt. Die Auswirkungen auf die Kinderseele bleiben gleich, gleich vier Personen zerren an ihr. Denn Susanna (Julianne Moore) und Beale (Steve Coogan) präsentieren jeweils neue Ehepartner: sie den deutlich jüngeren Barkeeper Lincoln (Alexander Skarsgard), er das ehemalige Kindermädchen Margo (Joanna Vanderham). Beide haben bei ihren Liaisons denselben Hintergedanken: Die neuen Partner sollen vor allem als Babysitter fungieren. Beide kümmern sich rührend um die Schutzbefohlene und entwickeln elterliche Instinkte. Und in Maisies (Onata Aprile) Gesicht kehrt das Lachen zurück.

Neben der starken Schauspielerriege überzeugt „Das Glück der großen Dinge“ durch die Perspektive, die der Film einnimmt. Die kleine Maisie beobachtet genau, was zwischen den Eltern verhandelt wird. Sie verhält sich mit ihren sechs Jahren oft klüger und emotionaler als die Erwachsenen. Sie wird so zum positiven Zentrum dieser anrührenden Familiengeschichte.

++++- „Das Glück der großen Dinge“ USA 2012, 99 Min., ab 6 J., R: David Siegel, Scott McGehee, D: Julianne Moore, Onata Aprile, Joanna Vanderham, Alexander Skarsgard, Steve Coogan, täglich im Passage; www.dasglueckdergrossendinge.de