Kinostart 25. April

„Scary Movie“, fünfte Auflage: Die Geister, die er rief

Die Horror-Persiflage „Scary Movie“ beginnt launig, geht aber so unoriginell wie lieblos mit dem Grundschema der erfolgreichen Reihe um.

Es geht launig los: Charlie Sheen und Lindsay Lohan steigen miteinander ins Bett, und es wird – so viel darf verraten werden – turbulent (und natürlich jugendfrei). Eine Szene, die im Vorfeld für viel öffentliches Interesse sorgte. Zugegeben: Wie sich Sheen über seine sexuellen Eskapaden und Lohan über ihren Verhaftungsrekord lustig machen, ist schon amüsant. Und doch wirkt diese outriert dargebotene Selbstironie auch kalkuliert. So, als sollte aus privaten Fehltritten noch eine müde Mark gemacht werden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Wie dem auch sei: Das überaus erfolgreiche „Scary Movie“-Franchise geht nach sieben Jahren Pause in die fünfte Runde. Und macht das, was es immer macht: aktuelle Horrorfilme auf die Schippe zu nehmen. Drehbuchautor und Produzent David Zuecker, der Teil drei und vier inszenierte, hat sich diesmal für die grobe Handlungsführung Andrés Muschiettis „Mama“ (letzte Woche erst angelaufen), Rupert Wyatts „Planet der Affen – Prevolution“ und Darren Aronofskys „Black Swan“ vorgenommen, weitere Verneigungen vor anderen Filmen mag jeder selbst erraten.

Die Vielzahl der Anspielungen lässt die Handlung zerfasern, von einer kompakten, einheitlich erzählten Geschichte kann keine Rede sein. Trotzdem der Versuch einer Inhaltsangabe: Punkgirl Jody (Ashley Tisdale) und Affenforscher Dan (Simon Rex) nehmen bereitwillig die Kinder von Dans Bruder auf, die nach dem Tod der Eltern völlig verwildert und verschmutzt in einer heruntergekommenen Holzhütte im Wald gefunden wurden. Rasch mehren sich die Anzeichen, dass mit den Geschwistern noch ein weiterer Gast Einzug ins Haus gehalten hat.

Das Prinzip des Humors beruht, auch das ist nichts Neues, auf dem Erkennen der Vorbilder. Doch was soll’s, wenn die Ideen derart unoriginell und lieblos dargeboten werden? Damit nicht genug: Auch den zahlreichen Überwachungskameras, die Dan installiert hat, um visuelle Belege für eine Geistererscheinung zu finden, gewinnt „Scary Movie 5“ kein kritisches Potenzial ab. Der Zeitraffer, mit dem einige dieser Szenen gelegentlich abgespielt werden, unterstreicht nur das Hastige des Films. Und dann geht zu allem Überfluss der grobe, vulgäre und geschmacklose Humor viel zu oft auf Kosten der Kinder. Nicht sehr nett.

Bewertung: belanglos

„Scary Movie 5“ USA 2012, 86 Min., ab 12 J., R: Malcolm D. Lee, D: Ashley Tisdale, Simon Rex, Erica Ash, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa-Filmstudios, UCI Mundsburg/Othmarschen/Wandsbek; www.scary-movie.de