Kinostart 25. April

„Beerland“: Auf der Suche nach dem Gerstensaft

Ein Amerikaner erkundet in einem dokumentarischen Selbstversuch das „Beerland“ Deutschland. Liebenswert, aber auch mit vielen Längen.

Es ist beileibe nicht so, dass man den Deutschen ihr Bier als Kulturgut erstmals erläutern müsste. Eine solche Anmaßung will sich der Amerikaner Matt Sweetwood, der 1995 nach Berlin zog und mit seiner Familie in Potsdam lebt, auch gar nicht erlauben. Im liebenswert überzeugenden Duktus des unwissenden Narren, der jetzt mal eben den Erforscher eines Völkchens spielen will, zieht er unerschrocken durch das sagenumwobene „Beerland“.

Wer hier eine Verharmlosung von Alkoholmissbrauch vermutet, ist bei Sweetwood an der falschen Adresse. Er selbst ist das beste Beispiel dafür, wie Verbote erstens kriminalisieren und zweitens das Interesse an einer Sache erst befeuern. Ein Kölner Austauschschüler, mit dem er noch heute befreundet ist, wies ihm den Weg.

Auch wenn sich gegen Ende die Längen häufen wie an einem lethargisch werdenden Stammtisch, wenn die letzte Pointierung fehlt, so ist „Beerland“ doch eine sympathische Anregung, sich die souveränen Kulturtechniken von Rausch- und Redefreiheit nicht von ihren komatösen Karikaturisten verderben zu lassen.

Bewertung: belanglos

„Beerland“ Deutschland 2012, 95 Min., ab 12 J., R: Matthew Sweetwood, täglich im Studio-Kino; www.beerland.de