Polit-Thriller: "Green Zone"

Die Pentagon-Verschwörung

Foto: Universal Pictures

Matt Damon an der Front - Paul Greengrass arbeitet in "Green Zone" Hintergründe des Irak-Feldzuges auf.

Hitze, Staub, Schweiß und die ständige Angst, ins Visier eines verschanzten Scharfschützen zu geraten: Für US-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und seine Männer ist der Einsatz im besetzten Irak eine permanente Grenzerfahrung. Die allerdings einer guten Sache dienen soll: dem Aufspüren der Massen- vernichtungswaffen, die der Bush-Regierung als Grund für ihren Krieg dienten. Doch die Einsätze laufen nicht wie erhofft. Immer wenn Miller ein vermeintliches Waffenlager stürmen lässt, ist dort einfach nichts zu finden. Dass seine Beschwerden über die mangelhafte Arbeit der CIA brüsk abgebügelt werden, nährt seinen Verdacht , dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen - sehr zum Unwillen des zwielichtigen Pentagon-Mitarbeiters Clark Poundstone (Greg Kinnear).

"Green Zone" sei kein Film über den Krieg im Irak, hat Regisseur Paul Greengrass in Interviews immer wieder behauptet. Vielmehr handele es sich um einen Thriller, der eben einfach im Irak spiele. Eine, gelinde gesagt, sonderbare Aussage, denn "Green Zone" ist exakt das: eine weitere Hollywood-Aufarbeitung des Irak-Feldzugs, seiner Hintergründe und Konsequenzen. Schon als der Krieg sich abzeichnete, gab es nur wenige, die der Mär von den die Völkergemeinschaft bedrohenden Massenvernichtungswaffen Glauben schenkten. Viel zu offensichtlich war, dass die Bush-Administration strategische und wirtschaftliche Interessen verfolgte, sich beispielsweise einen freien Zugang zum irakischen Öl verschaffen wollte.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Greengrass’ Film nun mit einer kriegtreiberischen Verschwörung, an der hochrangige Pentagon-Mitarbeiter ebenso beteiligt sind wie naive Journalisten, die sich für diese Zwecke einspannen lassen. Und weil bei so etwas leicht der Überblick zu verlieren ist, sich kaum mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden lässt, hat der "Bourne Identität"-Regisseur für eine entsprechende visuelle Umsetzung gesorgt. Heißt: schnelle Schnitte, hektische Handkameraschwenks und körnige Bilder, die die permanente diffuse Bedrohung geradezu körperlich erfahrbar machen. Auch wenn hier keine völlig neuen Einsichten geboten werden, als politischer Actionfilm funktioniert "Green Zone" allemal.

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Green Zone USA 2009, 115 Minuten, ab 12 Jahren, R: Paul Greengrass, D: Matt Damon, Greg Kinnear, Jason Isaacs, Brendan Gleeson, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Streit's, UCIs Mundsburg, Othmarschen Park, Smart-City; www.green-zone-film.de