Trickfilm-Spaß mit Außerirdischen: "Planet 51"

Interplanetares Durcheinander

Planet 51: Hier suchen nicht etwa böse Außerirdische die Erde heim. Hier ist es umgekehrt.

Warum ist nicht schon jemand früher auf diese Idee gekommen? Hier suchen nicht etwa böse Außerirdische die Erde heim - es ist - in einer originellen Spiegelung des bekannten Science-Fiction-Topos - umgekehrt. Zu Beginn lernt der Zuschauer Lem kennen, einen 16-jährigen Schüler mit grüner Hautfarbe und wurstähnlichen Antennen auf dem Kopf. Er lebt auf dem Planeten 51, in einem beschaulichen Ort, der den 50er-Jahren in Amerika nachempfunden ist. In diese Idylle platzt US-Astronaut Captain Charles "Chuck" Baker mit seinem Raumschiff. Stolz rammt er die amerikanische Flagge in den Garten - um entsetzt festzustellen, dass sein Raumschiff von Soldaten umzingelt ist. Der Einzige, der helfen kann, ist Lem, der seinen außerirdischen Freund erst einmal im Jugendzimmer versteckt ...

"Planet 51" bezieht einen großen Teil seines Witzes und Charmes aus der Kenntnis der Pop-Kultur der 50er-Jahre und der Science-Fiction-Mythologie. Die Regisseure Jorge Blanco, Javier Abad und Marcos Martinez orientieren sich darum in ihrer Handlungsführung an Klassikern wie "Kampf der Welten" (1953) oder "Gefahr aus dem Weltall" (1951) und drehen die Perspektive um. Die popkulturellen Anspielungen gehen auf Autor Joe Stillman zurück, der bereits die Drehbücher zu "Shrek 1 & 2" geschrieben hat. Darüber hinaus gibt es noch liebevoll gezeichnete Details wie den kleinen Erkundungsroboter Rover, der wie eine flotte Version von "Wall-E" anmutet. Tricktechnisch reicht "Planet 51" sicher nicht an die Vorbilder heran, und doch überzeugt der Film mit mildem Humor als beiläufiges Plädoyer für mehr Toleranz im interplanetarischen Miteinander.

++++- Planet 51 Span./GB 2009, 110 Min., o. A., R: Jorge Blanco, Javier Abad, Marcos Martinez, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek; www.planet-51.de